ZG09110602 - 06.11.2009
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Kardinal Schönborn betont Reichtum des altsyrischen Christentums


„Pro Oriente"-Tagung in Wien - Große und bewegte Geschichte der Christen


WIEN, 9. November 2009 (ZENIT.org/PEW) .- Mit einem Appell, den Reichtum des altsyrischen Christentums auch im Westen neu zu entdecken, hat Kardinal Christoph Schönborn am Mittwoch das zweite „Colloquium Syriacum" eröffnet. Die von der Stiftung „Pro Oriente" ausgerichtete Tagung, die Spitzenvertreter aller neun Kirchen altsyrischer Tradition in Wien versammelt, steht unter dem Titel „Syriac Christianity in the Middle East and India today. Contributions and Challenges".Beleuchtet wird dabei insbesondere der kulturelle und soziale Beitrag des Christentums in den Ländern des Nahen Ostens und in Südindien. Weitere Schwerpunkte des Kolloquiums bilden die Themen Religionsfreiheit, religiöser Pluralismus und das Problem der Emigration und Flucht der Christen.


Der Nahe Osten stelle die „ursprüngliche Heimat des biblischen Glaubens" dar, betonte Kardinal Schönborn. Die große und bewegte Geschichte des syrischen Christentums drohe insbesondere im Westen in Vergessenheit zu geraten. Daher seien solche Tagungen zu begrüßen, die nicht nur dem professionellen wissenschaftlichen Austausch dienen, sondern auch der Solidarisierung mit den Christen im Nahen Osten, die oft unter schweren Bedingungen ihren Glauben leben.

Kritik übte Kardinal Schönborn in diesem Zusammenhang erneut an der österreichischen Bundesregierung, die weiterhin keine Bereitschaft zeige, christliche Flüchtlinge aus dem Irak aufzunehmen. Hier werde die katholische Kirche weiter Druck ausüben, da gerade die christlichen Flüchtlinge eine besondere Integrationswilligkeit und –fähigkeit mitbringen und sich leicht in die österreichische Gesellschaft einfügen würden, so Schönborn.


Das „Colloquium Syriacum" stellt eine Folgeveranstaltung des ersten Kolloquiums dar, das vom 14. bis 16. November 2007 in Salzburg stattgefunden hatte. Die Kolloquien gehen auf das von „Pro Oriente" im Jahr 2006 gegründete "Forum Syriacum" zurück, das eine Plattform für die Erforschung der Geschichte und des geistig-kulturellen Erbes der Kirchen der syrischen Tradition und ihrer Beziehungen zu anderen Kulturen und Religionen darstellt.


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