ROM, 30. Januar 2007 (ZENIT.org).- Zahlreiche Gemeinden der katholischen Ostkirchen seien ohne internationale Unterstützung nicht in der Lage zu überleben, warnen Vertreter von kirchlichen Hilfsorganisationen.
Die Experten, die in der vergangenen Woche im Rahmen eines Treffens der „Union der Hilfswerke für die Orientalischen Kirchen“ („Riunione delle Opere di Aiuto alle Chiese Orientali“, ROACO) im Vatikan zusammenkamen, um über die Lage der Christen im Libanon, im Heiligen Land, in Rumänien und in Ägypten zu beraten, machen sich vor allem angesichts des „Phänomens der Auswanderung“ ernsthafte Sorgen.
Erzbischof Antonio Veglio, Sekretär der Kongregation für die Orientalischen Kirchen, die die Tagung organisiert hatte, erklärte diesbezüglich gegenüber „Radio Vatikan“: „Katholiken und Christen sehen in diesen Ländern keine große Zukunft für ihr Leben. Und so kommt es zu einer kontinuierlichen Ausblutung, was zur Folge hat, dass die christliche Präsenz immer stärker zurückgeht.“
In Ägypten, wo 75 Millionen Menschen lebten, bekennten sich 90 Prozent der Bevölkerung zum Islam. Orthodoxe Kopten stellten neun Prozent, die übrigen Christen machten ein Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Katholiken gäbe es zwischen 250.000 und 300.000, berichtete der Bischof.
Die Bedürfnisse der katholischen Ostkirchen beschränkten sich nicht nur auf materielle Fragen; die Voraussetzungen für den ständigen Dialog mit den orthodoxen Kopten seien zu verbessern, und hinsichtlich des Islams bestehe das große Bedürfnis, „einen Dialog vorzuschlagen, durchzuführen und zu entwickeln“.
Erzbischof Robert Stern, Vorsitzender der Päpstlichen Mission für Palästina, gab zu Bedenken, dass die betroffenen Kirchen so klein seien, „dass sie selbst nicht über die Mittel verfügen, um ihre eigene Existenz sicherzustellen“. Hilfe von außen sei deshalb immer notwendig; sie allein ermögliche die Fortführung der verschiedenen Tätigkeiten. Neben der „Formung des Klerus“ und der Initiativen im Gesundheits- und im Erziehungswesen müssten auch die Pfarreien selbst unterstützt werden.
Societies for Aid to the Eastern Churches was formed in 1968 and meets twice a year. It embraces agencies worldwide that help the Eastern Catholic Churches.
Die 1968 gegründete ROACO („Riunione delle Opere di Aiuto alle Chiese Orientali“), eine Vereinigung von mehr als 30 Hilfswerken aus verschiedenen Ländern, die sich finanziell in unterschiedlichen Sektoren einsetzen, ist in der Kongregation für die Orientalischen Kirchen angesiedelt. Sie kümmert sich etwa um den Bau von Kirchen, die Bereitstellung von Stipendien sowie um die Schaffung schulischer und sozialer Einrichtungen.
Außer der 1929 entstandenen „Catholic Near East Welfare Association“ (USA) und der 1949 gegründeten Päpstlichen Mission für Palästina (USA) gehören zur ROACO auch Werke, die in Deutschland, Frankreich, der Schweiz, den Niederlanden und in Österreich finanzielle Mittel beschaffen.
ZG07013004 - 30.01.2007
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Katholische Ostkirchen nicht überlebensfähig: Expertentreffen im Vatikan
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