GENF, 24. Mai 2007 (ZENIT.org).- Erzbischof Silvano Tomasi, Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, hat gegenüber den Mitgliedern der Weltgesundheitsorganisation (WHO) darauf hingewiesen, dass der Vatikan ihren Einsatz für das Wohl der Frau teile. Zudem sei die Förderung einer authentischen Gesundheitspflege eines der vorrangigen Anliegen des Heiligen Stuhls.
Mit der ausdrücklichen Bitte um ein ganzheitliches Ethos im Gesundheitsbereich wandte sich der Erzbischof an die Teilnehmer der Versammlung, die vom 14. bis 23. Mai in Genf tagte. Er würdigte eingangs die großartige Anliegen von Margaret Chan, der neuen Generaldirektorin der WHO, die das Thema Frauen und Afrika auf ihre Prioritätenliste gesetzt hatte.
„Die katholische Kirche stand traditionsgemäß stets in vorderster Linie, was die Förderung der authentischen Gesundheit bei Frauen angeht, indem sie ihnen half, ihr körperliches, psychologisches und soziales Wohlergehen mit moralischen und geistigen Werten zu verbinden. In dieser Linie ist die katholische Kirche auch von der Gott-vorgegebenen, gleichen und sich ergänzenden Würde von Frauen und Männer überzeugt“, bekräftigte der offizielle Vertreter Benedikts XVI.
„Die katholische Kirche stellt auch den fruchtbarsten Ausdruck dieser gegenseitigen Ergänzung zwischen Frau und Mann – das heißt, die Familie – an die erste Stelle. Sie beruht auf einer das ganze Leben währenden und in gegenseitiger Treue gelebten Ehe und dient weiterhin als das Rückgrad der menschlichen Gesellschaft.“
Der 66 Jahre alte Erzbischof drückte seine Hoffnung aus, dass die Umsetzung der Resolutionen niemals dazu missbraucht werde, um „die Vernichtung von menschlichem Leben in seinen verletzlichsten Stadien zu rechtfertigen – nämlich dann, wenn es sich noch innerhalb der Gebärmutter der Mutter befindet“.
Darüber hinaus erneuerte er an alle WHO-Mitgliedsstaaten die Aufforderung des Heiligen Stuhls, die Bezeichnung „Gender“ als etwas zu begreifen, „was auf der biologisch-geschlechtlichen Identität als Mann und Frau gründet“.
Als tragischen Verlust beklagte Erzbischof Tomasi den jährlichen Tod von rund 10,5 Millionen von Kindern unter fünf Jahren. Unter Bezugnahme auf den WHO-Bericht über „Bessere Medizin für Kinder“ forderte er im Namen des Heiligen Stuhls entsprechende Anstrengungen der Pharmaindustrie, die für die meisten dieser Krankheiten erprobte medikamentöse Behandlungsmethoden entwickelt habe und bei Erwachsenen positive Wirkung zeigten. Leider fehle eine entsprechende Umsetzung im Bereich der pädiatrischen Versorgung.
„Die internationale Gemeinschaft darf nicht taube Ohren für die lebensbedrohlichen Nöte der Kinder haben“, appellierte Erzbischof Tomasi. Gerade die Kinder zählten zu den „bedürftigsten Bürgern“, die allerdings „die Zukunft der menschlichen Gemeinschaft“ darstellten.
ZG07052404 - 24.05.2007
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Heiliger Stuhl: Frauenfrage und medizinische Versorgung für Kinder haben Vorrang
Ansprache vn Erzbischof Tomasi vor der WHO
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