ZG08021111 - 12.02.2008
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Christlicher Gesundheitskongress in Kassel würdigt Heilungsauftrag der Kirche


Religionspsychologe Grom sieht Chancen für christliche Heilkunde


KASSEL, 12. Februar 2008 (ZENIT.org).- Der katholische Religionspsychologe Bernhard Grom aus München warnt die christlichen Kirchen davor, das Thema Spiritualität im Gesundheitswesen nichtchristlichen Anbietern und Gruppen zu überlassen.

Er begrüßt deshalb den ersten Christlichen Gesundheitskongress vom 26.-29. März in Kassel (vgl. Zenit vom 12. Dez. 2007), der davon inspiriert sei, „die heilende Kraft des Glaubens für den einzelnen wie auch für den Gemeindeaufbau und die Mission wieder zu entdecken".

Schamanismus und Esoterik stünden im Gegensatz zum christlichen Menschenbild, meint der in München lehrende Professor. Versuche, ein christliches Heiler-Netzwerk zu schaffen, um Geistheilung und Christentum zu verbinden, lehnt er ab.

In einem Beitrag zur Fachzeitschrift „Stimmen der Zeit" (Heft 2/2008, Herder Verlag, Freiburg, www.stimmen-der-zeit.de) empfiehlt Grom dagegen die intensive Beschäftigung mit dem Heilungsauftrag der Kirche.

Grom erinnert in seinem Aufsatz an die Wiederentdeckung der Heilung durch Gebet in der katholischen Kirche, warnt aber vor einer zu starken Fixiertheit auf die Heilung von Krankheit. So seien selbst im katholischen Wallfahrtsort Lourdes, wo jährlich 70.000 Kranke um Heilung beten, nicht wesentlich mehr Spontanheilungen erfolgt als unter Menschen, die keinen Wallfahrtsort aufgesucht haben.

Trotzdem sieht Grom, der zu den anerkanntesten Religionspsychologen Deutschlands zählt, große Chancen für eine christliche Heilkunde: „Zentral ist der Dienst der Fürbitte, denn umfassende Heilungsprozesse geschehen nicht zufällig", zitiert Grom den Hamburger Internisten und Vorsitzenden des Christlichen Gesundheitskongresses, Georg Schiffner. „In dieser Bewegung kann sich medizinisch-pflegerische Kompetenz mit christlicher Spiritualität sowie Engagement in Diakonie und Pfarrgemeinde verbinden, ein Glücksfall, der das Abdriften in subkulturelle Gesundbeterei verhindert und das Gespräch mit dem etablierten Gesundheitswesen erleichtert."

Der Jesuit Grom weist darauf hin, dass der Mensch auch als Kranker, Behinderter und Sterbender seinen unbedingten Wert und seine Würde als Partner und Freund Gottes behält. „Damit relativiert der Glaube jede Art von 'Gesundheitsreligion', die den gesundheitlich Schwachen so leicht abwertet."

Ausführlich setzt sich Grom auch mit den Thesen des amerikanischen Gesundheitswissenschaftlers Dale A. Matthews (Washington) auseinander, der beim Gesundheitskongress in Kassel einer der Hauptreferenten sein wird. Dieser versuche sowohl medizinisch zu interpretieren, wie Glaube und Medizin zusammenwirken, als auch das Vertrauen in Gott zu stärken. Matthews: „Für mich ist die Vorstellung ganz natürlich, dass ein liebender Gott unsere Gebete um Gesundheit und Heilung erhören kann und tatsächlich auch tut."

Der Christliche Gesundheitskongress in Kassel bietet erstmals ein breites Forum für das Gespräch von Fachleuten aus dem Gesundheitswesen und den Kirchen über die Bedeutung des Glaubens für Heilung und Gesundheit. Mehr über den von einer breiten ökumenischen Trägerschaft veranstalteten Gesundheitskongress ist im Internet unter www.christlicher-gesundheitskongress.de zu finden. Der Kongress wird in dieser Form erstmalig in Deutschland angeboten.


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