ZG08021902 - 19.02.2008
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„Gesundheit – höchstes Gut?“: Eröffnung der „Woche für das Leben“ am 5. April in Würzburg


Neuer Dreijahreszyklus nimmt Fragenkreis Gesundheit-Krankheit in den Blick


FULDA/HANNOVER, 19. Februar 2008 (ZENIT.org).-Die Woche für das Leben, eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, wird in diesem Jahr vom 5. bis zum 12. April begangen. Der neu beginnende Dreijahreszyklus 2008 – 2010 steht unter dem Leitwort: „Gesund oder krank – von Gott geliebt“. Die offizielle Eröffnung der Woche in Würzburg wird ganz im Zeichen des Mottos: „Gesundheit – höchstes Gut?“ stehen.

Der neue Dreijahreszyklus will dazu einladen, sich mit dem Thema Gesundheit auseinanderzusetzen, mit den aktuellen Herausforderungen und Zwängen. Das Gesamtthema erinnert daran, dass gesunde und kranke Menschen die gleiche Würde haben und in gleicher Weise auf Beziehung angewiesen sind.

Die von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland gemeinsam getragene Aktion möchte einen Beitrag zur Bewusstseinsbildung über den Wert und die Würde des menschlichen Lebens leisten. Es geht dabei um die Wertschätzung des Lebens in einem umfassenden Sinn: Menschenwürde beginnt vor der Geburt, und sie endet nicht mit dem Verlust intellektueller oder körperlicher Fähigkeiten. Ebenso wenig hängen Lebensfülle und ein sinnerfülltes Leben davon ab, was ein Mensch an körperlicher Leistungsfähigkeit aufzubieten hat. Wo Gesundheit gleichsam religiös aufgeladen und zur alles bestimmenden Größe im Leben wird, da droht Gefahr für die Menschenwürde.

„Vor allem Gesundheit” wünschen sich viele Menschen an Geburtstagen. „Hauptsache gesund”, so heißt es in manch kritischen Situationen. Und tatsächlich haben wir heute viele Mittel, um Krankheiten zu besiegen oder hinauszuschieben. Eine hoch entwickelte Medizin und Diagnostik, wirksame Medikamente und ein hoher Standard bei Hygiene und Ernährung führen dazu, dass die Menschen immer älter werden. Die kosmetische Industrie stellt zudem Produkte für den Erhalt eines vitalen Äußeren bereit. Fitnessstudio und Aktivurlaub helfen, gesund zu bleiben. Viele Menschen sind bereit, in Gesundheit, „Vitalität und Lebensfreude” zu investieren.

Trotz aller Anti-Aging-Bemühungen, trotz Sport und Fitness müssen sich die meisten Menschen auch mit Krankheiten auseinandersetzen und schließlich lernen, ihr Altern anzunehmen und sinnvoll zu
gestalten. Andere sind bereits mit einer chronischen Krankheit oder Behinderung geboren. Sie können ein Beispiel dafür sein, dass ein sinnerfülltes Leben trotz Beeinträchtigungen gelingen kann.

Kranke und behinderte Menschen gehören in die Mitte der Gesellschaft. Wo sie in besondere Hilfesysteme „abgeschoben” werden, leiden nicht nur die Betroffenen. Ein falsches Ideal von Gesundheit und Leistungsfähigkeit verführt auch Gesunde dazu, ihre Grenzen zu überschreiten, und zerstört die Fähigkeit zu Einfühlung, Mitleid und Hilfsbereitschaft.

Die biblischen Heilungsgeschichten bezeugen, dass Jesus sich denen zugewandt hat, die damals am Rand der Gesellschaft standen. Ihnen hat er durch seine Heilungen mehr als bloß körperliche Genesung gebracht. Heilungen richten Gebeugte auf, holen Ausgestoßene in die Gemeinschaft zurück und eröffnen Horizonte des Miteinanders und Perspektiven der Hoffnung, die über die eigenen Kräfte hinausgehen. Wo Jesus Menschen heilend berührt, lässt er sie die Fülle des Lebens erfahren.

In diesem Sinn schreibt Benedikt XVI. in der Einleitung zu seiner zweiten Enzyklika Spe salvi: „Erlösung ist uns in der Weise gegeben, dass uns Hoffnung geschenkt wurde, eine verlässliche Hoffnung, von der her wir unsere Gegenwart bewältigen können: Gegenwart, auch mühsame Gegenwart, kann gelebt und angenommen werden, wenn sie auf ein Ziel zuführt und wenn wir dieses Ziels gewiss sein können; wenn dies Ziel so groß ist, dass es die Anstrengung des Weges rechtfertigt.“


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