ZG08032201 - 22.03.2008
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Benedikt XVI. beim Kreuzweg im Kolosseum: Christus ist die Antwort auf den unstillbaren Durst des Menschen


ROM, 22. März 2008 (ZENIT.org).- Jesus Christus ist die Antwort auf den Durst des menschlichen Herzens nach dem Unendlichen. Das bekräftigte gestern, am Karfreitag, Papst Benedikt XVI. zum Abschluss der traditionellen Kreuzweg-Andacht im römischen Kolosseum.

Zu den Zehntausenden von Gläubigen, die von einem plötzlichen Kälteeinbruch und starkem Regen überrascht wurden, sagte der Heilige Vater: „Viele, auch in unserem Zeitalter, kennen Gott nicht und können ihn nicht im gekreuzigten Christus finden. Viele sind auf der Suche nach einer Liebe oder einer Freiheit, die Gott ausschließt. Viele glauben, Gott nicht zu brauchen.“

Christus aber schenke uns „den Frieden, den wir suchen, die Freude, nach der wir streben, die Liebe, die unser Herz, das nach dem Unendlichen dürstet, erfüllt“, versicherte der Bischof von Rom, der die Gläubigen dazu aufrief, es Christus zu gestatten, „unsere menschlichen Sicherheiten in Frage zu stellen“.

Benedikt XVI. fügte hinzu: „Öffnen wir ihm unser Herz. Jesus ist die Wahrheit, die uns frei macht zu lieben. Haben wir keine Angst: Durch seinen Tod hat der Herr die Sünde zerstört und die Sünder gerettet, das heißt uns alle.“

Die Vorbereitung der Meditationen und Gebete zum traditionellen Karfreitags-Kreuzweg hatte der Papst dem Bischof von Hongkong, Kardinal Joseph Zen Ze-kiun SDB, anvertraut. Seine Ausführungen gaben den Gläubigen Gelegenheit, sich in die Lage der „lebenden Märtyrer“ des 21. Jahrhunderts hinein zu versetzen, in das Leben der verfolgten Christen überall auf der Welt.

„Sie haben vielleicht mehr als wir heute in ihrem Leib die Passion Jesu nachempfunden. In ihnen ist Jesus erneut verhaftet, verleumdet, gefoltert, verlacht, mitgeschleift, unter der Last des Kreuzes erdrückt und wie ein Verbrecher an das Holz genagelt worden“, schreibt der Kardinal in der Einführung.

In seiner Betrachtung zur siebten Station – Jesus wird das Kreuz aufgeladen – heißt es: „Das Kreuz, das große Symbol des Christentums, das ursprünglich Werkzeug für eine schmachvolle Strafe war, ist zum herrlichen Siegeszeichen geworden.

Es gibt mutige Atheisten, die bereit sind, sich für die Revolution zu opfern: Sie sind bereit, das Kreuz auf sich zu nehmen, aber ohne Jesus. Unter den Christen gibt es Atheisten den Fakten nach, die Jesus wollen, aber ohne das Kreuz. Nun, ohne Jesus ist das Kreuz unerträglich, und ohne das Kreuz kann man nicht den Anspruch erheben, auf der Seite Jesu zu stehen.

Ergreifen wir das Kreuz, und umarmen wir Jesus und mit Jesus all unsere leidenden und verfolgtem Schwestern und Brüder!“

Auf den Abbildungen zu den einzelnen Kreuzweg-Stationen, die in dem Heft zu finden sind, das unter den Anwesenden verteilt wurde und das Herder in der deutschsprachigen Fassung veröffentlicht hat, tritt uns ein Jesus mit orientalischen Zügen entgegen. Auch die anderen Figuren aus dem Evangelium zeugen von chinesischer religiöser Kunst.

„Das ist die Wahrheit des Karfreitags“, so Benedikt XVI. in seiner Abschlussbetrachtung: „Auf dem Kreuz hat uns der Erlöser zu Adoptivkindern Gottes gemacht, der uns nach seinem Ebenbild geschaffen hat. Verharren wir also in Anbetung vor dem Kreuz.“

Von Jesús Colina und Dominik Hartig


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