ZG08032303 - 23.03.2008
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Osternacht im Petersdom: Benedikt XVI. tauft bekannten muslimischen Konvertiten


Magdi Allam (55) ist Vizedirektor von „Il Corriere della Sera“


ROM, 23. März 2008 (ZENIT.org).- Der auferstandene Jesus kann „nicht nur äußerlich Türen durchschreiten, die verschlossen sind, wie uns die Evangelien erzählen, sondern „er kann die innere Tür von ich und du durchschreiten, die verschlossene Tür zwischen gestern und heute, zwischen damals und morgen“.

Während der Ostervigil im Petersdom beleuchtete Papst Benedikt XVI. das Auferstehungsgeheimnis, um nach einer ausführlichen Darlegung des Wesens der Taufe alle Gläubigen zu ermutigen, sich immer wieder neu auf das wahre Licht, den lebendigen Gott auszurichten und das Herz auf das zu richten, was oben ist – „heraus aus allen Verquerungen in unsere Sorgen, in unser Begehren, in unsere Ängste, in unsere Gedankenlosigkeit“.

In dieser Stunde, so der Heilige Vater, „danken wir dem Herrn, dass er durch die Kraft seines Wortes und der heiligen Sakramente uns in die rechte Richtung wendet und unser Herz in die Höhe zieht. Und wir bitten ihn: Ja, Herr, lass uns österliche Menschen werden, Menschen des Lichts, erfüllt vom Feuer deiner Liebe.“

Benedikt XVI. taufte während der Ostervigil im Petersdom sieben Katechumenen: fünf Frauen und zwei Männer, darunter eine Chinesin und den in Italien sehr bekannten Journalisten Magdi Allam (55). Der muslimische Konvertit ägyptischer Herkunft lebt seit 35 Jahren in Italien und ist Vizedirektor der auflagenstärksten italienischen Tageszeitung „Il Corriere della Sera“. Seit der Bekanntgabe seiner Bekehrung steht er unter Polizeischutz.

Jesuitenpater Federico Lombardi, Pressesprecher des Heiligen Stuhls, hatte zu den diesjährigen Taufen in der Osternacht erklärt, dass dieses Sakrament jedem gespendet werden könne, der sich nach einer tiefen persönlichen Suche völlig frei dafür entschieden und entsprechend auf seinen Empfang vorbereitet habe. „Der Heilige Vater spendet die Taufe während der Osterliturgie den Katechumenen, die ihm vorgestellt worden sind“, bekräftigte er. Der Papst schaue nicht auf das Ansehen der Personen; für ihn seien alle Taufkandidaten gleichermaßen bedeutend.

In einem Schreiben, das heute im „Corriere della Sera“ zu finden ist, erklärt Allam, dass für seine Bekehrung das Zeugnis von Katholiken ausschlaggebend gewesen sei, die für ihn „nach und nach zu einem Bezugspunkt“ wurden, und zwar „was die Gewissheit der Wahrheit und die Stichhaltigkeit der Werte“ angehe. Zu ihnen zählt der Journalist den Präsidenten der Bewegung „Gemeinschaft und Befreiung“, P. Julián Carrón; den Generaloberen der Salesianer, Pater Pascual Chávez Villanueva; Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone und Bischof Rino Fisichella, Rektor der Päpstlichen Lateranuniversität. Sie alle hätten ihn auf seinem „geistlichen Weg der Annahme des christlichen Glaubens“ begleitet, schreibt Allam.

Darüber hinaus erklärt er aber, dass Benedikt XVI. möglicherweise der Hauptfaktor gewesen sein mag. Ihn habe er als Muslim bewundert und verteidigt – „aufgrund seiner großartigen Fähigkeit, die untrennbare Verbundenheit von Glauben und Vernunft als Grundlage der echten Religion und der echten menschlichen Zivilisation darzulegen, der ich mich als Christ voll und ganz verpflichtet fühle“. Diese Gewissheit inspiriere ihn in der Erfüllung der Sendung, die Gott für ihn vorbereitet habe. „Für mich ist es der schönste Tag meines Lebens“, schreibt Allam über Ostern 2008.

„In der Taufe tritt der Herr durch die Tür eures Herzens in euer Leben ein“, sagte Papst Benedikt in seiner Predigt. „Wir stehen nicht mehr nebeneinander oder gegeneinander. Er durchschreitet all diese Türen. Das ist Taufe: Er, der Auferstandene, kommt, kommt zu euch und verbindet sein Leben mit dem eurigen, hält euch in die offene Flamme seiner Liebe hinein. Ihr werdet eins, ja einer mit ihm und so eins untereinander.“

Getaufte seien nie wirklich fremd füreinander. „Wenn wir einander treffen, kennen wir uns durch den gleichen Herrn, den gleichen Glauben, die gleiche Hoffnung, die gleiche Liebe, die uns formen. Dann erfahren wir, dass unsere Lebensgrundlage dieselbe ist. Dass wir vom Innersten her in der gleichen Identität verankert sind, von der her alle noch so großen äußeren Unterschiede zweitrangig werden... Uns verbindet unsere tiefste Identität: Christus in uns. So ist Glaube eine Kraft des Friedens und der Versöhnung in der Welt: Die Ferne ist überwunden, im Herrn sind wir einander nahe geworden.“

Von Jesús Colina und Dominik Hartig


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