NAIROBI, 23. APRIL 2008 (ZENIT.org).- Papst Benedikt ermutigt die Teilnehmer des interreligiösen Dialoges, jene Brücken zu überqueren, die seit Jahrzehnten gebaut wurden. Das bekräftigte Kardinal Jean-Louis Tauran, Präsident des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog, am 16. April bei der Eröffnung einer fünftägigen Konferenz in Nairobi (Kenia). Die Tagung widmete sich dem Thema der Ausgestaltung des interreligiösen Dialoges im Afrika südlich der Sahara. Bischöfe und andere leitende Persönlichkeiten der Kirche in Afrika, die in diesem Bereich tätig sind, kamen mit Vertretern anderer Religionen ins Gespräch.
In seiner Eröffnungsrede erinnerte Kardinal Tauran die Tagungsteilnehemer daran, dass die katholische Kirche den interreligiösen Dialog befürworte: „Liebe Freunde, vor 43 Jahren hat Seine Heiligkeit Papst Paul VI. seine erste Enzyklika herausgegeben, ‚Ecclesiam Suam’, in der er über den neuen Geist des Dialoges und der Zusammenarbeit schreibt, der sich in der Welt manifestiert.“
Paul VI. zählte in seiner Enzyklika drei Kategorien des Dialoges auf. Zunächst sollte die Kirche demnach mit denen in Dialog treten, die nicht glauben. Die zweite Gruppe von Gesprächspartnern bildeten dann die Nicht-Christen, und die dritte Gruppe jene Christen, die nicht zur katholischen Kirche gehören.
Wenn es um den gemeinsamen Dialog geht, müsse immer die Freiheit und Würde des anderen respektiert werden, und er müsse stets von Bescheidenheit begleitet werden, bekräftigte Kardinal Tauran.
Die Kirche sei nicht der Auffassung, dass alle Religionen gleich seien, auch wenn alle Gesprächspartner in ihrer Würde gleich seien.
In dem Konzilsdokument „Nostra Aetate“ ermutige die Kirche ihre Söhne und Töchter, mit Klugheit und Liebe in einen Dialog und eine Zusammenarbeit einzutreten, um für ihren Glauben Zeugnis abzulegen und gleichzeitig die anderen in ihrem Glauben zu ermutigen.
„Der interreligiöse Dialog“, so Kardinal Tauran, „ist eine Übung, bei der Brücken gebaut werden, die dazu führen, dass in einer Gesellschaft Harmonie Einzug hält, sich gegenseitige Freundschaften entwickeln und Toleranz herrscht. Jedoch geht der Dialog über den ‚Smalltalk’ hinaus; er ist eine Reise, deren Ziel die Wahrheit ist.“
Der Dialog drücke sich immer in Werken der Liebe aus und nehme immer neue Gestalt an. Es gehe nicht mehr nur um Kommunikationen, sondern auch um das Miteinander im täglichen Leben. Zudem finde seit dem Pontifikat Benedikts XVI. auch ein Dialog auf theologischer Basis statt.
ZG08042409 - 24.04.2008
Permalink: http://www.zenit.org/article-14986?l=german
Kardinal Tauran: Benedikt XVI. gibt dem interreligiösen Dialog neue Impulse
Konferenz zur Stärkung von gegenseitigem Verständnis und Respekt in Nairobi (Kenia)
© Innovative Media, Inc.
Die Weiterverwendung der ZENIT-Dienste ist nur mit ausdrücklicher Erlaubnis gestattet.
Wenden Sie sich bitte an info-autorenrechte@zenit.org .
![]() |
Weiterleiten | ![]() |
Beitrag kommentieren |
![]() |
Druckformat | ![]() |
PDF-Ansicht |
![]() |
Anfang |
















