ZG08102410 - 24.10.2008
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Gerl-Falkovitz: „Der Herr ist unsere Aufklärung“


Zusammenfassung ihrer Ansprache vor den Synodenvätern


ROM, 24. Oktober 2008 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Zusammenfassungen des Beitrags, den die Dresdner Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz vor den Teilnehmern der Bischofssynode über das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche gehalten hat.

* * *

1. Bei einer Reihe wichtiger europäischer Vordenker setzt eine zweite Aufklärung ein: Vernunft selbst ist trügerisch, wenn sie nicht an eine Orientierung angebunden wird. Biblische Verheißungen wie Auferstehung, Vergebung, Passion Gottes, performative Sprache der Sakramente (Wandlung von Brot und Wein), Leben als Anteil am Urleben und Fleischwerdung sind heute zurück im Gespräch der Intellektuellen. Es wäre von Vorteil, wenn die Kirche diese neue “Großwetterlage” einer neuen Aufklärung zugunsten des Gespräches von Vernunft und Glaube zuversichtlich nutzen würde.

Wir gehen, auch im “alten Europa”, in eine neue postideologische Dynamik. Philosophie könnte, synergetisch auch die theologischen “Segel” der Kirche wieder füllen.

2. Praktische Umsetzung: An der Universität könnte man einen "Gebetskreis für Atheisten" gründen. Die einfache gemeinsame Lesung des Evangeliums genügt (für den Anfang), um das Nie-Gehörte spannend zu machen.

Das Wort selbst überzeugt, nicht unsere Worte: “Das Wort zerreißt die Worte” (Origenes). Was heute von wenigen gedacht wird, kann morgen viele erreichen. Gehen wir mit dem Wort auch in die Universitäten.

“Dominus illuminatio nostra” steht am Eingang zur Universität Oxford: Der Herr ist unsere Aufklärung. Die falsche Alternative Säkularismus oder Glaube muss aufgebrochen werden. Nach den Enttäuschungen der großen Ideologien ist die Zeit wieder offen für Kriterien der Wahrheit.

[00269-05.02] [UD027] [Originalsprache: Deutsch]

[Von der Bischofssynode veröffentlichtes Original]


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