ROM, 13. Januar 2009 (ZENIT.org).- Am heutigen Vormittag feierte der Dekan des Kardinalkollegiums, Angelo Sodano, am Kathedraaltar der Petersbasilika in Rom das Requiem für Kardinal Pio Laghi. Kurienkardinal Laghi, emeritierter Präfekt der Kongregation für das katholische Bildungswesen, war am vergangenen Sonntag, dem 11. Januar, im 86. Lebensjahr nach schwerer Krankheit verstorben. Nach seinem Tod zählt das Kardinalskollegium 190 Mitglieder. Von diesen sind 116 jünger als 80 Jahre und dürften somit an einer Papstwahl teilnehmen.
Am Ende der heiligen Messe stand Papst Benedikt XVI. der Aussegnungsfeier vor. In seiner Ansprache würdigte der Papst das Wirken Kardinal Laghis im Dienst der Kirche und zum Aufbau von Banden des Friedens unter den Völkern, und er zeichnete die wichtigsten Etappen im Leben des verstorbenen Kardinals nach.
Benedikt XVI. erinnerte die Anwesenden daran, dass Kardinal Laghi in seiner Familie eine solide menschliche und christliche Bildung empfangen hatte, um anschließend auf den langen Dienst in der vatikanischen Diplomatie einzugehen, den Laghi 1952 angetreten hatte. Dieser habe ihn zu immer wichtigeren Aufgaben geführt: in Nicaragua, Indien, dem Heiligen Land, Argentinien und den Vereinigten Staaten. Der Papst gedachte auch dankbar der Sondermissionen, die Kardinal Laghi anvertraut worden waren, insbesondere der Mission des Jahres 2001 in Israel (bei der israelischen Regierung und den palästinensischen Obrigkeiten) und der Mission 2003 in Washington, ebenfalls mit Blick auf die Herstellung des Friedens im Nahen Osten.
Es habe sich dabei um heikle Missionen gehandelt, die Laghi wie immer in treuer Hingabe an Christus und seine Kirche erfüllt hätte. Der Papst zitierte in diesem Zusammenhang aus dem geistlichen Testament des Kardinals, in dem es heißt: „Ich wollte Christus lieben und ihm mein ganzes Leben lang dienen, obwohl es meine menschliche Gebrechlichkeit oft verhindert hat, dass ich ihm in immer erbaulicher Weise meine Liebe, Treue und vollkommene Hingabe an seinen Willen zeigen konnte."
Als Patron des Souveränen Malteserritterordens seit 1993 sei Kardinal Laghi von Papst Johannes Paul II. zum Präfekten der Kongregation für das katholische Bildungswesen ernannt worden, so der Heilige Vater weiter. Dabei verdiene der Eifer besondere Erwähnung, den er in die Förderung der Berufungen und in die Priesterausbildung gesteckt habe.
„Wir vertrauen darauf", so Benedikt XVI., „dass er jetzt jenen Jesus von Angesicht zu Angesicht betrachten kann, den zu lieben und dem er in den Brüdern zu dienen sich so sehr bemüht hat."
Wenn der Mensch sich dem Wort Gottes angleiche, sei es möglich, „auch Prüfungen und Leiden, die Teil unserer irdischen Pilgerreise sind, in Quellen des Friedens und der Freude zu verwandeln".
Abschließend betete Papst Benedikt darum, dass Gott den Verstorbenen an der ewigen Seligkeit teilhaben lasse, „deren Erstlingsfrüchte er bereits auf Erden in der Gemeinschaft der Kirche und im Aufbau von Banden des Friedens und der Eintracht unter den Völkern und Nationen im Vorhinein kosten konnte, zu denen er als päpstlicher Repräsentant entsandt war".
















