ZG09021709 - 17.02.2009
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Papst Benedikt XVI. trauert um Kardinal Stephen Kim


Früherer Erzbischof von Seoul starb im 88. Lebensjahr


ROM, 17. Februar 2009 (ZENIT.org).- In einem Beileidstelegramm, das gestern, Montag, vom Heiligen Stuhl veröffentlicht wurde, zeigt sich Papst Benedikt XVI. zutiefst betrübt über den Tod von Kardinal Kim Sou-hwan. Der emeritierte Erzbischof von Seoul war um 18.00 Uhr Ortszeit im der Gottesmutter geweihten Krankenhaus von Kangnam im Alter von 87 Jahren verschieden.

Benedikt XVI. brachte gegenüber dem aktuellen Erzbischof von Seoul, Kardinal e Nicholas Cheong Jinsuk, und dem ganzen koreanischen Volk sein Beileid zum Ausdruck. Dabei erinnerte er „dankbar an die langen Jahre ergebenen Dienstes, den Kardinal Kim für die katholische Gemeinde von Seoul geleistet hat, sowie an die vielen Jahre des treuen Beistands für den Heiligen Vater als Mitglied des Kardinalkollegiums“.

Mit Kardinal Kim sei ein „Gigant der katholischen Kirche in Asien“ verstorben. Dies betonte die Pariser Nachrichtenagentur für die Auslandsmissionen EDA. Bis zu seiner Beerdigung wird Kardinal Kim in der Kathedrale Myeongdong aufgebahrt.

Kardinal Kim gehörte zu den bedeutendsten Gestalten des Demokratisierungsprozesses in Südkorea. In der Zeit der 60er-Jahre hatte er sich bis hinein in die 80er-Jahre entschlossen gegen die Militärregierungen gestellt. Internationale Bekanntheit erlangte Kim durch die Demonstrationen für die Demokratie (1986 und 1987).

Kim wurde am 8. Mai 1922 als jüngstes von sieben Kindern in Taegu geboren. Das Land war zu jener Zeit eine japanische Kolonie. Sein Großvater starb im Gefängnis, nachdem er verhaftet worden war – aufgrund seiner Konversion zum katholischen Glauben. Die Priesterweihe empfing er am 15. September 1951 mitten im Koreakrieg (1950-1953) und übte sein Amt unter den schwierigen Bedingungen des Krieges aus.

Von 1956 bis 1965 spezialisierte sich Kim im westfälischen Münster in Sozialwissenschaften. 1966 ernannte ihn Papst Paul VI. zum Bischof von Masan. Zwei Jahre später wechselte er an die Spitze des Erzbistums Seoul. 1969 erhob ihn Paul VI. zum Kardinal. Mit 46 Jahren war Kim der jüngste Kardinal der Kirche jener Zeit.

Während seiner 30-jährigen Amtszeit in Seoul machte sich Kim um die Erneuerung seiner Kirche im Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) verdient. Unter anderem band er katholische Laien in die Evangelisierung ein und förderte den Dialog mit Nichtchristen. Gegenüber staatlichen Kräften vertrat er klare Auffassungen zum Schutz der Menschenrechte. Er entschied sich für ein konkretes Engagement in der Gesellschaft, um auf die großen sozialen Fragen zu antworten. Zu diesen gehörten die wirtschaftliche Entwicklung, die soziale Gerechtigkeit und die politische Demokratisierung.

Während seiner 40 Jahre als Kardinal hat sich die Zahl der Katholiken in Südkorea nach Presseangaben verfünffacht. Einer Regierungsstatistik zufolge gab es im Jahr 2005 unter 49 Millionen Südkoreanern 5,1 Millionen Katholiken.

Mehrfach wählten die koreanischen Bischöfe Kim zu ihrem Konferenzvorsitzenden. 1973 bis 1977 leitete er außerdem die Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen (FABC). 1975 bis 1998 wirkte er als Apostolischer Administrator für das nordkoreanische Pjöngjang. Unter der einheimischen Bevölkerung gilt Kardinal Kim als Hüter der Menschenrechte und der Demokratie.

Nach dem Tod von Kardinal Kim zählt das Kardinalskollegium 188 Mitglieder. 116 von ihnen sind jünger als 80 Jahre und damit im Fall eines Konklaves wahlberechtigt.


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