ROM, 3. März 2009 (ZENIT.org).- Aus aktuellem Anlass veröffentlichen wir eine eigene Übersetzung des Aufrufs des Weltverbands der Katholischen Medizinischen Vereinigungen („Fédération Internationale des Associations Médicales Catholiques“, FIAMC) zur Wahl von Barack Obama und die Frage des Lebensrechts in den USA.
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Die Wahl Barack Obamas zum Präsidenten der Vereinigten Staaten stellt einen folgenreichen Wendepunkt in der amerikanischen Geschichte und Kultur dar. Als er sich in einer Zeit wirtschaftlicher und geopolitischer Schwierigkeiten um das Amt bewarb, versprach Obama, eine Kraft positiven Wandels, positiver Veränderung, politischer Versöhnung und effektiver Regierungsführung zu sein. Bedauerlicherweise hat Präsident Obama seine Regierungszeit mit Maßnahmen begonnen, die geeignet sind, die Achtung vor dem menschlichen Leben, die Menschenwürde und die Religionsfreiheit zu unterminieren. Wir rufen alle katholischen Ärzte und im Gesundheitswesen Beschäftigte sowie alle Menschen guten Willens dazu auf, keine Mühe zu scheuen, Präsident Obama dazu zu bewegen, diese Entscheidungen rückgängig zu machen.
Während des Wahlkampfs im Jahr 2008 haben einige Katholiken und selbsternannte katholische Sympathiegruppen seine Kandidatur zum Präsidentenamt unterstützt, zum Teil wegen seines Eintretens für wirtschaftliche Gerechtigkeit und seiner Außenpolitik sowie zum Teil wegen seines Versprechens, die Zahl der Abtreibungen durch eine stärkere finanzielle Unterstützung schwangerer Frauen zu reduzieren. Als Gesetzgeber und als Kandidat hatte Obama jedoch Positionen bezogen, die ganz und gar im Widerspruch zur Achtung vor dem menschlichen Leben stehen. Zum Beispiel:
-- Obama ist schon lange ein Befürworter der Abtreibung auf Verlangen und hat die hundertprozentige Zustimmung zu seiner Politik von Seiten der „Planned Parenthood", dem größten Abtreibungsbetreiber in den Vereinigten Staaten, bereits in der Tasche.
-- Obama hat sich jeder Einschränkung der Abtreibung, einschließlich der Gesetzentwürfe, die eine Benachrichtigung und Zustimmung der Eltern fordern, bevor Minderjährige eine Abtreibung genehmigt bekommen, widersetzt.
-- Schockierend ist, dass er sich - als Senator eines Bundesstaates - aktiv gegen jeglichen (gesetzlichen) Schutz für Kinder einsetzte, die nach einem missglückten Abtreibungsverfahren lebend geboren werden, diese seine Vorgeschichte jedoch im Wahlkampf 2008 falsch darstellte.
-- Schließlich verkündete er im Wahlkampf stolz, dass er sich für den „Freedom of Choice Act" (FOCA) einsetze - die radikalste Ausweitung der Zulassung einer Abtreibung weltweit - und versprach, dass er als Präsident dieses Gesetz unterzeichnen werde.
Über diese uneingeschränkte Unterstützung der Abtreibung hinaus versprach Obama, für finanzielle Zuwendungen für die Stammzellforschung zu sorgen, die menschliches Leben in seiner embryonalen Phase vernichtet.
Seit seiner Amtsübernahme hat sich Präsident Obama mit einer Reihe von Maßnahmen befasst, die anzeigen, dass er bereit ist, seine frühere Unterstützung der Abtreibung ganz in die Tat umzusetzen:
-- Innerhalb der allerersten Tage seiner Amtsübernahme kippte Obama die „Mexico City Policy", eine Richtlinie der US-Regierung, die die von der Bundesregierung gewährte finanzielle Unterstützung der internationalen Organisationen, die für Abreibung als Mittel der Geburtenkontrolle werben oder diese durchführen, verbietet.
-- Noch verhängnisvoller ist, dass Präsident Obama, als er diese Richtlinie aufhob, seinen festen Willen bekundete, den Bevölkerungsfond der Vereinten Nationen (United Nations Population Fund) finanziell zu unterstützen, eine Organisation, die, nachdem sie mit der chinesischen Regierung bei deren gewaltsam durchgeführter Einkind-Politik zusammengearbeitet hatte, die finanzielle Unterstützung durch die (Bush-) Regierung verlor.
-- Präsident Obama ist dabei, sein Kabinett und die Posten seiner Administration mit Abtreibungsbefürwortern zu besetzen, unter anderem mit Hillary Clinton als Außenministerin (die seit langem Befürworterin der Abtreibungs-„Rechte" in den Vereinigten Staaten und der ganzen Welt ist);
-- mit Rahm Emanuel, dem Chef des Mitarbeiterstabs des Weißen Hauses (der als Mitglied des Kongresses mit 100 Prozent der Stimmen in die „Aktions-Liga für uneingeschränkte Abtreibungsrechte" [„National Abortion Rights Action League", NARAL] gewählt wurde und den Ruf eines aggressiven Pro-choice-Politikers hat);
-- mit Dawn Johnsen, der zum Assistant Attorney (Generalbundesstaatsanwalt-Stellvertreter) for the Office of Legal Counsel (Rechtsberatungsbüro des US-Präsidenten) nominiert ist, und der der Legal Director (Direktor der Rechtsabteilung) von NARAL und des „Reproductive Freedom Project" der Amerikanische Bürgerrechtsunion ACLU ist;
-- Eric Holder, Justizminister (der sich seit langem für Abtreibungs-„Rechte" einsetzt); mit Melody Barnes, der Vorsitzenden des „Domestic Policy Council" (sie ist Vorstandsmitglied bei „Planned Parenthood" als auch bei „Emily's List"); mit Ellen Moran, der Leiterin der Kommunikationsabteilung des Weißen Hauses (der derzeitigen amtierenden Vorsitzenden von „Emily's List"); und mit Thomas Perelli, dem vorgeschlagener Kandidaten für das Amt des „Associate Attorney General" (Vize-Justizministers) - er arbeitete mit Euthanasiebefürworter Rechtsanwalt George Felos zusammen, als es darum ging Terri Shiavo erfolgreich verhungern und verdursten zu lassen.
-- Obama hat zwar bisher nichts unternommen, um die Verabschiedung von FOCA („Freedom Of Choice Act") zu beschleunigen, aber viele befürchten immer noch, dass die Bestimmungen von FOCA häppchenweise anderen Gesetzesvorschlägen und Gesetzesinitiativen hinzugefügt werden.
-- Und schließlich hat Präsident Obama seinen Widerstand gegen die neue HHS (Health and Human Services)-Regelung erklärt, die das Recht der im Gesundheitswesen Beschäftigten auf die eigene Gewissensentscheidung schützt. Diese Richtlinie war in den letzten Tagen der Bush-Regierung in Kraft gesetzt worden, als Reaktion auf viele Bedrohungen des Rechts auf die eigene Gewissensentscheidung von Ärzten, Pharmazeuten und Gesundheitsfürsorgern in den Vereinigten Staaten.
Im Licht dieser Maßnahmen und Ämterbesetzungen veröffentlichen wir einen dringenden Appell an Präsident Obama, seine Unterstützung der Abtreibung und einer Forschung, die nur erfolgreich sein kann, wenn dabei unschuldiges menschliches Leben vernichtet wird, zu überdenken. Außerdem bieten wir den katholischen Ärzten in den Vereinigten Staaten unsere Gebete, unsere Ermutigung und unsere Appelle an, die Öffentlichkeit aufzuklären und sich diesen Versuchen, die Abtreibung zu propagieren, zu widersetzen. Schließlich appellieren wir an alle Mitglieder von FIAMC („Fédération Internationale des Associations médicales catholiques"), bei ihrem Widerstand gegen neue Bedrohungen des menschlichen Lebens und der Würde des Menschen, die jetzt von den leitenden Beamten der Obama-Regierung in der Außenpolitik und in den Vereinten Nationen kommen könnten, wachsam zu sein.
[ZENIT-Übersetzung des englischen Originals]
















