SAN SALVADOR, 29. September 2009 (ZENIT.org-El Observador).- Seine große Sorge angesichts der Krise in Honduras drückte gestern der Erzbischof von San Salvador, Monsignore José Luis Escobar Alas aus. Der Oberhirte des unmittelbaren Nachbarlandes warnte in einer Pressekonferenz vor einer möglichen Eskalation des Konfliktes. Wie heute aus Regierungskreisen zu hören war, hat der honduranische Übergangspräsident Roberto Micheletti sich bereit erklärt, den Ausnahmezustand, der für 45 Tage in dem Krisenland verhängt worden war, vorzeitig zu beenden. Die wegen einer drohenden Rebellion am Wochenende verfügte Aussetzung von Grundrechten, wie Bewegungsfreiheit, Meinungs-und Versammlungsfreiheit könne in einigen Tagen wieder zurückgenommen werden.
Sein Kontrahent, der vor drei Monaten gestützte Präsident Manuel Zelaya, hatte seine Anhänger für diesen Montag zur „finalen Offensive“ gegen Michelettis Regierung aufgerufen. Wegen der scharfen Sicherheitsmaßnahmen der Regierung blieb es in der Hauptstadt Tegucigalpa jedoch weitgehend ruhig.
Zelaya, der nach der heimlichen Rückkehr in seine Heimat in der brasilianischen Botschaft Unterschlupf gefunden hat, bat die Weltgemeinschaft am Montag erneut um Beistand. Per Handy wandte er sich an die UN-Vollversammlung in New York. „Wir sind jetzt einer Diktatur unterworfen“, sagte Zelaya am Telefon, während seine frühere Außenministerin Patricia Rodas in New York in der Generaldebatte der Vollversammlung ihr Handy an das Mikrofon des Rednerpults hielt. Die Vereinten Nationen sollten an ihrer festen Haltung gegenüber der Interimsregierung festhalten, forderte Zelaya.
Die Übergangsregierung lud gestern eine Delegation von OAS- Außenministern zu Gesprächen nach Honduras ein. Am Sonntag hatte sie die OAS noch brüskiert, als sie einem Vorauskommando der Staatenorganisation die Einreise verweigerte. Die OAS-Außenminister werden am kommenden Freitag in Honduras erwartet.
Am 29. November soll ein neuer honduranischer Präsident gewählt werden. Die Regierung Michelettis sieht vor allem in den Wahlen einen Ausweg aus der Krise, die am 28. Juni mit dem Sturz Zelayas begonnen hatte.
Am Ende des Hochamtes in der Bischofskirche von El Salvador, versichert der Erzbischof von San Salvador: “Wir beten für Honduras und wünschen dem, Land Freiden und den Segen des Herrn“.
Vierzig Jahre ist es her, das der sogenannte „Fußballkrieg“ (auch 100-Stunden-Krieg) als militärischer Konflikt zwischen Honduras und El Salvador tobte. Er brach am 14. Juli 1969 aus, nachdem es bei Ausschreitungen bei den WM-Qualifikationsspielen der beiden Länder zu Todesopfern gekommen war.
Seitdem bemühte sich die Kirche um Bande der Freundschaft und Versöhnung zwischen den beiden Ländern.
[Von Jaime Septien. Aus dem Spanischen übersetzt von Angela Reddemann]
















