ZG09100701 - 07.10.2009
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DBK: Kein „Schnellschuss“ in Sachen katholisches Multimediaportal


Br. Paulus Terwitte: Steuerungsgruppe für katholisch.de


BONN, 7. Oktober 2009 (ZENIT.org).- Nach der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz hat Br. Paulus Terwitte OFM die Freischaltung der neuen Webseite „evangelisch.de“ zum Anlass genommen, den Stand der Dinge auf Seiten der kastholischen Kirche zu recherchieren. Im Mitteilungsblatt „Informationen“ der „Gesellschaft Katholischer Publizisten" (GKP) für Oktober 2009 fasst er das Ergebnis zusammen, das wir hier veröffentlichen.

* * *

Steuerungsgruppe für katholisch.de

Br. Paulus Terwitte OFM

<>Nachdem der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) am Ende der Herbstversammlung mitgeteilt hat, dass kein „Schnellschuss“ in Sachen katholisches Multimediaportal gemacht werden solle, scheint alles auf die Lange Bank zu deuten.

Sicher ist, so verlautet auf Anfrage aus der DBK, dass die Bischöfe im vergangenen Jahr entschieden haben, auf das vorhandene Portal katholisch.de aufzubauen. Man wolle mehr im elektronischen Bereich investieren. Dafür sei der Dienstleister des Verbandes der Deutschen Diözesen (VDD), die APG (Allgemeine gemeinnützige Programmgesellschaft mbH) in Köln gebeten worden, auf das Portal katholisch.de aufzubauen, das sie betreibt und die dafür notwendigen Strukturen zu schaffen, damit eine verstärkte Investition Sinn machte.

Die APG hat zu 50 % den VDD als Gesellschafter, und zu 50% die Tellux Beteiligungsgesellschaft München, deren Mehrheitsgesellschafter sieben deutsche Diözesen sind. Beide Gesellschaften sind laut Homepage primär im Bewegtbildbereich daheim, die APG zählt nur drei Internetauftritte als Referenz, die allerdings für die katholische Kirche gemacht wurden.

Die Evangelische Kirche ist, was ein Internetportal angeht, der DBK davongezogen. Da letztere auf katholisch. de aufbauen will, lässt sich eine Parallele zu evangelisch.de ziehen, das im September online ging.

Es kommt aus dem Verlag Hansisches Druck- und Verlagshaus, der zu 100% dem Gemeinschaftswerkes der Evangelischen Publizistik (EPD) gehört und der u.a. chrismon herausbringt. Dessen Gesellschafter sind die EKD und fast alle Gliedkirchen der EkD sowie einige Freikirchen. Evangelisch.de setzt sich von der offiziellen Homepage der EKD ab und kommt ohne Bewegtbild- Berichterstattung daher.

„Evangelisch.de richtet sich dabei nicht nur an kirchennahe Menschen, sondern an alle, die auf dem Laufenden bleiben und sich mit Positionen auseinandersetzen wollen“, sagt Melanie Huber, die evangelisch.de leitet. „Das Portal wird jung sein, bisweilen auch frech, es soll anregen, und Halt und Orientierung bieten,“ ist sich die profilierte Onlinerin sicher, die von 2001 bis 2006 den Internetauftritts der Wochenzeitung „Die Zeit“, zeit.de, geleitet hat.

Für die Entwicklung des katholischen Mulitmediaportals ist solche Fachkunde noch nicht ins Blickfeld gerückt. Der Aufsichtsrat der APG, so David Hober, Referent für Hörfunk und Fernsehen bei der DBK im Bereich Kirche und Gesellschaft, weiter, habe unter Leitung seines Vorsitzenden, dem Sekretär der DBK, P. Dr. Hans Langendörfer, eine Steuerungsgruppe berufen, die „aus Mitgliedern mehrerer Bistümer in Deutschland, einem Vertreter des Sekretariats der DBK, einem Vertreter des Rheinischen Merkurs, der KNA und einem externen Experten“ bestünde.

Sie habe die Aufgabe, mögliche künftige Programmlinien festzulegen und parallel dazu einen Businessplan zu entwickeln, aus dem hervorgehe, mit welchem Personalbedarf hier gerechnet werden müsse bzw. welche Hardware notwendig sei, und was das alles koste, um mit katholisch.de gewissermaßen auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Natürlich würden auch Überlegungen zu einer möglichen Community eine Rolle spielen.

Im Mittelpunkt stünden aber weiterhin Überlegungen, wie das Bewegtbildangebot ausgebaut bzw. verbessert werden könne. Wie Hober weiter erläuterte, habe die Steuerungsgruppe bis Oktober erst zwei Mal getagt. Möglicherweise könnten bereits Ende des Jahres erste Konturen der dort getätigten Überlegungen sichtbar werden. Auf die Frage, wer denn so etwas wie die Intendanz oder Programmleitung des Mulitmediaportals innehaben würde, antwortete Hober, es gebe bisher nur die Personen, die bei katholisch.de handelten.

Aufgabe der Steuerungsgruppe sei es ja unter anderem auch, Vorschläge für einen erweiterten Personalausbau für katholisch.de dem Aufsichtsrat der APG vorzulegen. Hober zeigte sich zuversichtlich, dass dank „einer klugen Haushaltspolitik der Finanzkommission Medien hierfür in den letzten Jahren gewisse Rücklagen“ gebildet worden sein. Angesprochen darauf, wie Sachverstand etwa aus der GKP oder dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken in die Gestaltung des Portals einfließen würde, meinte Hober, er könne es sich nicht anders vorstellen, als dass die Steuerungsgruppe auch dazu Vorschläge erarbeiten würde, wie die unterschiedlichen kirchlichen Akteure und Einrichtungen sich dort einbringen können. Dies sei aber nicht in seinen Händen, oder in den Händen der Mitarbeiter der DBK, sondern sei Aufgabe der Steuerungsgruppe.

[Aus: GKP-Informationen X/2009 4]


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