ZG03110404 - 04.11.2003
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Ohne Spiritualität und Gebet gibt es keine Ökumene, meint der Papst


Botschaft an die Vollversammlung des Einheitsrates


VATIKAN, 4. November 2003 (ZENIT.org).- Ohne Gebet und Spiritualität kommt die Ökumene nicht voran, so Papst Johannes Paul II. in einer Botschaft an die Mitglieder der Vollversammlung des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen.

Daher bittet der Papst darum, dass überall die entscheidende Bedeutung der jährlich stattfindenden Gebetswoche für die Einheit der Christen mehr geschätzt werde. Diese Woche fällt für gewöhnlich auf das Ende des Monats Januar.

Die Gebetswoche 2004 steht unter dem Motto "Meinen Frieden gebe ich euch" (Joh 14,27). Die Vorbereitungstexte für diese Woche wurden von Christen verschiedener Konfessionen aus Aleppo in Syrien erstellt. (Vgl. Päpstlicher Rat zur Förderung der Einheit der Christen).

In seiner Botschaft erinnert der Heilige Vater die Teilnehmer der von Kardinal Kasper einberufenen Vollversammlung daran, dass er bereits in der Vergangenheit etliche Male dazu aufgerufen habe, diese Woche intensiver mitzugestalten und mit zu vollziehen.

Diese Woche solle überall und von allen begangen werden, ohne zur Routine zu führen, erklärte der Papst in seiner Botschaft.

Vielmehr gelte es "vom aufrichtigen Wunsch erfüllt zu sein, sie immer weiter zu verbreiten, um auf dem Weg zur Wiederherstellung der Einheit aller Getauften Fortschritte zu machen".

"Ja, ich habe die Gläubigen der katholischen Kirche immer wieder auf verschiedene Weise ermuntert, in ihrem täglichen Dialog mit Gott das Gebet für die Einheit der Christen nicht zu vernachlässigen".

"Natürlich ist der Weg der Suche nach Einheit nicht leicht. Je mehr wir auf ihm voranschreiten, desto klarer zeichnen sich Hindernisse ab, die wir auf akutere Weise empfinden".

Umso mehr gewinnt das Thema dieser Vollversammlung, die seit Montag in Rom tagt und an der Patriarchen, Kardinäle, Bischöfe und Theologen teilnehmen, an Bedeutung. Es lautet: "Ökumenische Spiritualität".

Nach Einschätzung des Papstes befinden sich die aktuellen ökumenischen Beziehungen in einer Übergangsphase. Den großen Impuls zur Ökumene habe das Zweite Vatikanische Konzil gegeben.

"Die Aussichten auf eine volle sichtbare Einheit können gelegentlich bei jenen Schmerz und Beunruhigung hervorrufen, die um jeden Preis den Prozess beschleunigen wollen. Ähnliches gilt für jene die sich durch den langen Weg entmutigen lassen".

"Wir aber lassen uns auf die Schule der Ökumenischen Bewegung ein und lernen, demütig und voll Vertrauen diese vorübergehende Periode zu durchschreiten und zwar im Bewusstsein, dass dies auf jeden Fall ein Weg ist, wo es kein Zurück gibt".

Die Ökumene findet ihren Platz in der traditionellen Tätigkeit der Kirche nicht als Anhängsel, sondern sie gehört auf ganz organische Weise zu ihrem Leben und ihrer Aktion".


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