ZG05022204 - 22.02.2005
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Zur Aufregung um das am Mittwoch erscheinende neue Buch des Heiligen Vaters


Stellungnahme des "Forums Deutscher Katholiken"


ROM, 22. Februar 2005 (ZENIT.org).- "Erinnerung und Identität" nennt sich das ab morgen erhältliche neue Papstbuch, das sich bereits im Vorfeld regen Interesses erfreut. Allerdings ist es hauptsächlich harsche Kritik, die das vieldiskutierte Werk, in dem Johannes Paul II. zu den großen Themen der Menschheit Stellung nimmt, auf sich gezogen hat. Und das aufgrund einiger weniger Sätze, die ihren Weg vorzeitig in die Öffentlichkeit gefunden haben. Unter anderem soll der Papst dabei die Abtreibung mit dem Völkermorde der Nazis vergleichen und die Homosexualität kritisieren. Dieser Umstand hat neben Paul Spiegel, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, unter anderem die deutschen Grünen dazu bewogen, den Papst scharf zu verurteilen und ihn aufzufordern, "das Buch zurückzuziehen".

Das "Forum Deutscher Katholiken", dessen Vorsitzender Dr. Hubert Gindert ist, antwortet auf die vielen kritischen Stimmen in einer ZENIT diesen Dienstag zugesandten Stellungnahme. Darin werden auch zwei der schon umherkursierenden und viel kritisierten Buchpassagen zitiert.

"Papst Johannes Paul II. weist in seinem neuen Buch darauf hin, dass ein rechtmäßig gewähltes Parlament die Wahl Adolf Hitlers ermöglichte und ihn mit der Macht ausgestattet hat, die der Einrichtung von Konzentrationslagern und der sogenannten Endlösung den Weg bereitet hätten. Die Vernichtung der Juden habe nach dem Sturz des Naziregimes aufgehört. 'Was jedoch fortdauert, ist die legale Vernichtung gezeugter, aber noch ungeborener Wesen.' Heutzutage müssten die gesetzlichen Regelungen zur Abtreibung in Frage gestellt werden. 'Parlamente, die solche Gesetze schaffen und verkünden, müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie ihre Machtbefugnisse überschreiten und in einem offenen Konflikt mit dem Gesetz Gottes und dem Gesetz der Natur verharren.'"

Diese beiden zitierten Sätze des Papstes riefen vielerorts harsche Kritik hervor. Der Kontext, in dem sie stehen, konnte noch von keinem Kritiker gelesen werden – bis morgen. Das "Forum deutscher Katholiken" erklärt deshalb weiter: "Der Präsident des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel, hat den Papst scharf kritisiert. Er sprach von einem 'gewaltigen Unterschied zwischen einem fabrikmäßigen Völkermord und dem, was Frauen mit ihrem Körper tun.' Dazu stellt das 'Forum Deutscher Katholiken' fest: Paul Spiegel verdreht Inhalt und Form der Aussage des Papstes. Paul Spiegel verharmlost mit seinen Äußerungen den millionenfachen Mord an ungeborenen Kindern. Er verschweigt, dass die vom Parlament beschlossene Abtreibungsregelung gegen die Verfassung verstößt, die das Recht auf Leben garantiert. Er versucht, dem Oberhaupt der Katholischen Kirche das Recht abzusprechen, sich zu moralischen Fragen zu äußern. Paul Spiegel trägt mit seinen Äußerungen insgesamt dazu bei, dass in Deutschland allmählich das Klima eines offenen Kulturkampfes entsteht.

Papst Johannes Paul II. spricht für das Gewissen der Menschheit. Er ist die unüberhörbare moralische Instanz der Gegenwart. Das 'Forum Deutscher Katholiken' weist die Kritik am Papst entschieden zurück."


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