100 Jahre Pfadfinder: Benedikt XVI. würdigt „ganzheitliche menschliche Bildung“

Brief an Kardinal Jean-Pierre Ricard

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ROM, 2. Juli 2007 (ZENIT.org).- Vor 100 Jahren organisierte Lord Robert Baden-Powell das erste Pfadfinderlager auf der Welt. Zu diesem wichtigen Jahrestag, der am 1. August 2007 begangen wird, übersandte Papst Benedikt XVI. einen Brief an Kardinal Jean-Pierre Ricard, den Vorsitzenden der Französischen Bischofskonferenz. In Frankreich hatte sich kurz vor dem Ersten Weltkrieg dank P. Jaques Sevin, dem Gründer der Pfadfinder Frankreichs, die katholische Pfadfinderschaft entwickelt.



In dem Schreiben, das heute, Montag, vom Heiligen Stuhl veröffentlicht wurde, ruft der Papst alle katholischen Pfadfinder dazu auf, ihre Versprechen zu erneuern und eine Geste zur Förderung des Friedens zu setzen, um das Pfadfinderideal damit zu verbinden, „Baumeister des Friedens“ zu sein.

Benedikt XVI. hebt hervor, dass die ganzheitliche Bildung des Menschen „durch das Spiel, das Tätigsein, das Abenteuer, den Kontakt mit der Natur, das Gruppenleben und den Dienst an den anderen nach 100 Jahren all denen geboten wird, die sich dem Pfadfinderwesen anschließen“. Das vom Evangelium befruchtete Pfadfinderwesen ist in den Augen des Papstes nicht nur der Ort eines wahren menschlichen Wachstums, sondern zugleich „der Ort eines starken christlichen Vorschlags, einer wahren geistlichen und sittlichen Reifung sowie eines echten Wegs der Heiligkeit“. Der Verantwortungssinn, den die Pfadfinderpädagogik wecken wolle, führe zu einem Leben in der Liebe und zum Wunsch, sich in den Dienst des Nächsten zu stellen, als Bild des dienenden Christus.

Benedikt XVI. erinnert in dem Brief an den Appell Johannes Pauls II. für eine größere Einheit im katholischen Pfadfindertum. Und diesbezüglich wünscht er, dass sich die Zusammenarbeit „im Respekt der Sensibilität einer jeden Bewegung verwirklichen kann, dies im Hinblick auf eine größere Einheit im Schoß der Kirche“.

Der Papst dankt zum Schluss für Fürchte, die aus dem Pfadfindertum im Lauf der vergangenen 100 Jahre hervorgegangen sind. „Das Versprechen und das Gebet der Pfadfinder bilden eine Grundlage und ein Ideal, die über das ganze Leben hinweg zu verwirklichen sind.“