100. Weltgebetsoktav: Die „Gemeinschaft der Liebe“ und die Einheit aller Christen fördern

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ROM, 17. Januar 2008 (ZENIT.org).- Nicht zuletzt mit Blick auf die morgen, Freitag, beginnende Gebetsoktav für die Einheit der Christen gab Benedikt XVI. den Impuls, im Monat Januar darum zu beten, „dass die Kirche ihre Anstrengungen für die volle Einheit im Glauben und Bekenntnis verstärkt, damit sie mehr und mehr als Gemeinschaft der Liebe des Dreifaltigen Gottes sichtbar wird“.



Diese Allgemeine Gebetsmeinung des Heiligen Vaters wurzle in der Theologie über die Kirche und spiele auf die seine erste Enzyklika an; denn der Titel des zweiten Teils von Deus caritas est beschreibe die Kirche als „Gemeinschaft der Liebe“, erläutert P. Karl Neumann SVD in seinem Kommentar zur Gebetsmeinung.

Der Blick auf diese Gemeinschaft stimmt auf die Feiern anlässlich der Entstehung der römisch-katholischen Gebetsoktav für die Einheit der Christen vor 100 Jahren und die erste Herausgabe der gemeinsamen Texte zur Gestaltung der Gebetswoche durch den Ökumenischen Rat der Kirchen und den Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Kirchen vor 40 Jahren ein.

Die Tagestexte für die diesjährige Weltgebetswoche erlauben es, über ausgesuchte Worte der Heiligen Schrift und einen Impuls mit dem Heiligen Vater gemeinsam darum zu beten, „dass die Kirche ihr Engagement für die volle und sichtbare Einheit stärkt“.

In jener Gemeinschaft der Liebe spiegelt sich die „Gemeinschaft des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“, was wiederum an ein zentrales Wort der Kirchenkonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils denken lässt, in der es heißt: „So erscheint die ganze Kirche als ‚das von der Einheit des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes her geeinte Volk’“ (LG 4) - wobei das Konzil ein Wort Cyprians aufnimmt (De Orat. Dom. 23.).

„Das Ziel ist die Einheit der Kirche nach dem Modell der Einheit von Vater, Sohn und Geist. Wie die drei Personen in Gott als Personen verschieden und doch der eine Gott sind, so soll auch die Kirche nichts Uniformes sein, sondern in vieler Hinsicht verschieden, muss aber dabei eine sichtbare Einheit zeigen, so dass man von einer Kirche sprechen kann, wie man von einem Gott spricht. Dafür beten wir“, erklärte P. Neumann.

Die Tagesthemen der Gebetsoktav 2008 lauten:

1. Tag (Freitag, 18. Januar): Betet allezeit - „Betet ohne Unterlass!” (1 Thess 5,17)

2. Tag (Samstag, 19. Januar): Im Vertrauen auf Gott allein - „Dankt für alles“ (1 Thess 5,18)

3. Tag (Sonntag, 20. Januar): Für die Umkehr der Herzen - „Weist die zurecht, die ein unordentliches Leben führen, ermutigt die Ängstlichen“ (1 Thess 5,14)

4. Tag (Montag, 21. Januar): Für Gerechtigkeit - „Seht zu, dass keiner dem anderen Böses mit Bösem vergilt, sondern bemüht euch immer, einander und allen Gutes zu tun“ (1 Thess 5,15)

5. Tag (Dienstag, 22. Januar): Mit einem geduldigen Herzen - „Seid geduldig mit allen“ (1 Thess 5,14)

6. Tag (Mittwoch, 23. Januar): Im Wissen um die Gnade, an Gottes Werk mitarbeiten zu können
„Freut euch zu jeder Zeit! Betet ohne Unterlass!“ (1 Thess 5,16)

7. Tag (Donnerstag, 24. Januar): Betet ohne Unterlass: um das, was wir dringend brauchen - „… nehmt euch der Schwachen an“ (1 Thess 5,14)

8. Tag (Freitag, 25. Januar): Dass alle eins seien - „Haltet Frieden untereinander!“ (1 Thess 5,13b)

Der Höhepunkt der Gottesdienste zur Woche der Einheit wird die Erneuerung der „Ökumenischen Verpflichtung“ sein, die die Gläubigen mit brennenden Kerzen in der Hand sprechen werden:

„Herr, wir haben dich für die Gnade gerühmt, die du in der ökumenischen Bewegung hast wirksam werden lassen. In der Freude, zum Dienst für dich berufen zu sein, und in der gemeinsamen Berufung, der Einheit der Christen zu dienen, sehen wir das Handeln des Heiligen Geistes. Wir erkennen den Reichtum der verschiedenen Gaben, die dazu bestimmt sind, miteinander geteilt zu werden. Gemeinsam verpflichten wir uns, treu zu sein im beständigen Gebet für die christliche Einheit, Versöhnung untereinander zu suchen, damit wir die vollkommene Einheit in deinem Sohn, Jesus Christus erreichen. Amen.“

Von Angela Reddemann