15 neue Priester für die Diözese Rom, geweiht von Papst Benedikt XVI.

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ROM, 8. Mai 2006 (ZENIT.org).- Am Weltgebetstag für geistliche Berufungen wurden gestern, Sonntag, im Petersdom 15 Diakone zu Priestern geweiht. Benedikt XVI. stand der Eucharistiefeier persönlich vor.



Nach dem Wortgottesdienst wurden die Priesteramtskandidaten dem Heiligen Vater vorgestellt und traten einzeln vor ihn hin, um zu bestätigen, dass sie zum priesterlichen Dienst bereit seien. Gleichzeitig gelobten sie gegenüber dem jetzigen Papst und seinen Nachfolgern die Treue.

Bevor Benedikt XVI. das Weihegebet sprach, wurden die Heiligen angerufen. Schließlich wurden den Kandidaten die Priestergewänder angelegt. Dann gingen sie nochmals zum Heiligen Vater, der sie als Zeichen des Friedens umarmte.

In seiner Predigt an die "Hirten, die dem großen Hirten Jesus Christus dienen", betrachtete der Nachfolger des Apostels Petrus das Bild jenes "Guten Hirten", der sich um seine Herde sorgt. Dieses Bild trete bereits bei Moses und David im Alten Testament auf, die vor ihrer Berufung wirkliche Hirten waren.

Der alleinige Hirte sei aber Jesus Christus, und nur durch ihn und in der Gemeinschaft mit ihm werde der Priester zum Hirten seiner Herde. "Der Priester fügt sich vollständig in Christus ein", betonte Benedikt XVI. Ab dem Zeitpunkt der Weihe "handelt er mit und durch ihn".

In der Bibel finde man auch den Begriff des "Hinaufsteigens", fuhr der Papst fort. Das dürfe man allerdings nicht als einen rein gesellschaftlichen Aufstieg verstehen, warnte Benedikt XVI., denn das heiße, dass man nur für sich selbst leben wolle. Nur durch das Kreuz könne man das Hirtenamt des Hirten übernehmen. Dieses besondere Amt sei wie eine Türe: In das Priesteramt trete man durch das Sakrament ein, und das bedeute notwendigerweise, dass man sich Christus vollständig hingeben müsse.

Im Sonntagsevangelium (Joh 10,11-18) wolle Jesus drei Dinge über den wahren Hirten aussagen: "Er gibt sein eigenes Leben für die Schafe hin; er kennt sie, und sie kennen ihn, und er ist bereit für den Dienst an der Einheit."

Im Zentrum des priesterlichen Lebens stehe die Eucharistie. Durch sie durchlebe der Priester das Mysterium Christi immer wieder neu. Aber nicht nur die Priester, sondern alle Christen seien dazu berufen, in enger Verbundenheit mit Jesus Christus zu leben.

Zum Abschluss kam Papst Benedikt XVI. auf die Universalität der kirchlichen Heilsbotschaft zur sprechen. "Die Sendung Jesu richtete sich an die ganze Menschheit, und deshalb ist der Kirche auch die Verantwortung für die gesamte Menschheit anvertraut worden." Niemals dürfe sich die Kirche mit ihrem eigenen Wirkungsbereich zufrieden geben oder sich in die Grenzen dieses Bereichs zurückziehen. Ihr komme vielmehr die Pflicht zu, allen Menschen ihre Fürsorge zuteil werden zu lassen. Selbstverständlich müsse sich ein Priester zuallererst um seine Gläubigen kümmern, aber dabei dürfe er nicht vergessen, dass er auch immer wieder neu "hinausgehen" müsse, um auch diejenigen zum Gastmahl des Herrn einzuladen, die seine Botschaft noch nicht kennen.