18. Türchen

ZENIT- Adventskalender

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 261 klicks

18. Türchen: Hinter dem Türchen verstecken sich heute ein Weihnahchtsgedicht des deutschen Dichteres und Malers Max Dauthendey (1867-1918) und das klassische Weihnachtslied „Ich steh' an Deiner Krippe“, in einer Version von Dietrich Fischer-Diskau (1925-2012). Den Abschluß bildet heute wieder ein italienischer Evergreen, diesmal aus dem Jahr 1972: Mina mit „Amor mio“.

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„Weihnachten“

von Max Dauthendey

Die eisige Straße mit Schienengeleisen,
Die Häusermasse in steinernen Reih'n,
Der Schnee in Haufen, geisterweißen,
Und der Tag, der blasse, mit kurzem Schein.

Der Kirchtüre Flügel sich stumm bewegen,
Die Menschen wie Schatten zur Türspalte gehn;
Bekreuzen die Brust, kaum daß sie sich regen,
Als grüßen sie jemand, den sie nur sehn.

Ein Kindlein aus Wachs, auf Moos und Watten,
Umgeben von Mutter und Hirten und Stall,
Umgeben vom Kommen und Gehen der Schatten,
Liegt da wie im Mittelpunkte des All.

Und Puppen als Könige, aus goldnen Papieren,
Und Mohren bei Palmen, aus Federn gedreht,
Sie kamen auf kleinen und hölzernen Tieren,
Knien tausend und tausend Jahr im Gebet.

Sie neigen sich vor den brennenden Kerzen,
Als ob im Arm jedem ein Kindlein schlief,
Siehst Du sie atmen mit behutsamen Herzen
Und lauschen, ob das Kind sie beim Namen rief.

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Etwas Weihnachtlich-Musikalisches: Ich steh' an Deiner Krippe“, gesungen von Dietrich Fischer-Diskau

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Etwas Musikalisches aus dem Land, wo die Zitronen blühen: Mina singt  „Amor mio“ (1972)