19 Millionen Briefmarken kündigen den 20. Weltjugendtag an

Kardinal Lehmann: "Zuverlässige Werbung für das Ereignis, das in wenigen Wochen Schlagzeilen machen wird"

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BONN, 15. Juli 2005 (ZENIT.org).- Am 16. August beginnt in Köln nach den so genannten "Tagen der Begegnung" der Jugendlichen aus allen Teilen der Welt in den deutschen Bistümern der eigentliche 20. Weltjugendtag 2005. Aus diesem Anlass brachten vor einigen Tagen der Vatikan und Deutschland zum ersten Mal gemeinsam 19 Millionen Sonderbriefmarken heraus, um das Ereignis anzukündigen.



Papst Benedikt XVI. begutachtete die Weltjugendtag-Briefmarken bereits am 6. Juli anlässlich eines Besuchs des deutschen Finanzministers Hans Eichel in Rom. Der Öffentlichkeit wurden sie am vergangenen Montag in Bonn vorgestellt.

Die Sonderbriefmarke, die 55 Cent kostet, erfülle eine besondere Brückenbauerfunktion, sagte Karl Kardinal Lehmann, Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz und Bischof von Mainz, vor der internationalen Presse in Bonn. Bei der Beschreibung des abgebildeten Motivs wies er zunächst auf "die stilisierte Erdkugel mit den Längen- und Breitengraden" hin. Sie verdeutliche, "worum es geht: Jugendliche aus aller Welt treffen sich in Deutschland. Jeder sechste Teilnehmer kommt vom amerikanischen Kontinent, jeder 40. aus Afrika und noch etwas mehr aus Asien. Das zeigt, wie international und bunt dieser Weltjugendtag wird."

Das zweite Motiv, das man auf der Briefmarke sehen kann, ist das Kreuz: "Ebenfalls stilisiert, erinnert es sofort an das Weltjugendtagskreuz, das Papst Johannes Paul II. der Jugend der Welt vor mehr als 20 Jahren anvertraut hat. Seitdem hat es Millionen von Kilometern zurückgelegt. Seit Ostern letzten Jahres war es auf einer Pilgerreise durch Deutschland unterwegs. Seit dem vergangenen Freitag befindet es sich auf einer Fußwallfahrt, 40 Tage lang, von Dresden nach Köln, wo es zur Eröffnung des Weltjugendtags am 16. August 2005 erwartet wird."

Im Namen aller deutschen Bischöfe verlieh der Kardinal abschließend seinem Wunsch Ausdruck, "dass viele Menschen den Brückenschlag dieser Briefmarke nutzen. Sie ist eine einfache, aber zuverlässige Werbung für das Ereignis, das in wenigen Wochen Schlagzeilen machen wird: Der 20. Weltjugendtag 2005 kommt – und die Weltjugendtagsbriefmarke ist ein guter Vorbote."

Johannes Paul II.: "Seid stark!"

Als Papst Johannes Paul II., der Erfinder der Weltjugendtage, am 19. August 1991 die ungarische Jugend im Budapester Volksstadion traf, rief er ihnen zu: "Seid stark! Ich weiß gut, wie schwierig derzeit die Situation der Jugendlichen ist. Überall, wo ich hinkomme, habe ich Gelegenheit, mir der Erwartungen, Enttäuschungen und Hoffnungen der Welt der Jugend bewusst zu werden (…). Die Werbetrommel ruft die Überzeugung hervor, dass es 'normal' sei, nur das Vergnügen, die egoistische Selbstbestätigung und die Augenblicksbefriedigung seiner Triebe und Leidenschaften zu suchen, während man keinerlei Achtung vor dem eigenen Leib an den Tag legt und vor den Bedürfnissen des Nächsten die Augen verschließt. Man geht so weit, ein Dasein nahe zu legen, das praktisch ohne Gott auskommt... Es fällt schwer, in einer solchen Umgebung nach den Geboten des Gewissens zu leben. Deshalb sage ich euch: Seid stark! (…)

Doch was heißt stark sein? Stark sein heißt, das Böse, das Übel in seinen vielfältigen Erscheinungsformen zu besiegen. Übel ist zum Beispiel, nicht zu besitzen, was man nötig hat; Übel ist Krankheit und Schmerz; Übel ist die Unterentwicklung und jeder Angriff auf das Leben und die menschliche Person. Aber ein noch schlimmeres Übel ist die Gleichgültigkeit, die Ungerechtigkeit, der Egoismus und vor allem die Ablehnung Gottes. Mit einem Wort, das Übel ist die Sünde, die um uns herum herrscht und unzählige Leiden verursacht, die aber auch in uns vorhanden sein kann und unser ganzes Leben negativ beeinflusst.

Wenn es also richtig ist, sich im Kampf gegen das Böse in seinen individuellen und sozialen Erscheinungsformen zu engagieren, so ist es für die Gläubigen eine Pflicht zu versuchen, in erster Linie die Sünde, die Wurzel jeder anderen Form von Übel, dadurch zu überwinden, dass ihrer verfänglichen Anziehungskraft mit Gottes Hilfe widerstehen."