20.000 Pilger gedenken des Attentats auf Papst Johannes Paul II. vor 25 Jahren

Prozession mit der Marienstatue von Fatima (Portugal)

| 651 klicks

ROM, 15. Mai 2006 (ZENIT.org).- Über 20.000 Pilger kamen am Samstag nach Rom, um gemeinsam den zweiten Pilgertag zu begehen. Gleichzeitig wurde an diesem 13. Mai der Erscheinung der Madonna von Fatima (Portugal) im Jahr 1917 sowie des Attentats auf Papst Johannes Paul II. vor 25 Jahren gedacht. Für den reibungslosen Ablauf des Festtagsprogramms sorgte das Römische Pilgerbüro, eine Einrichtung des Vikariats Rom.



Die Wallfahrt ist in Italien Tradition. Nach Informationen der "Opera Romana Pellegrinaggi", des Römischen Pilgerbüros, ist die Zahl der Pilger im Wachstum begriffen. Aus diesem Grund wurde zusammen mit der Stadtverwaltung und der Provinz Rom die Idee geboren, einen jährlichen Pilgertag zu organisieren. Anlässlich des zweiten Pilgertages hatten sich die Organisatoren das Ziel gesetzt, die "große Familie der Pilger" auf dem Petersplatz zusammenbringen.

Den Teilnehmern wurde ein reichhaltiges Programm geboten: Bereits am Morgen fanden sie sich in der Audienzhalle Paul VI. im Vatikan ein. Dort hörten sie persönliche Glaubenszeugnisse, darunter auch eine von Francesca Chillemi, der Miss Italia 2003. Unter den Anwesenden waren auch der Bürgermeister von Rom, Veltroni, der Präsident der Landesregierung, Gasbarra, sowie der Präsident der Region Lazio, Marrazzo.

Am Nachmittag fand dann eine Prozession mit einer Statue der Madonna von Fatima (Portugal) statt. Sie ist eine von drei Statuen, die regelmäßig Reisen unternehmen. Am Samstag wurde sie zum dritten Mal von der Stadt Rom feierlich in Empfang genommen. Vor 81 Jahren, am 13. Mai 1917, war die Jungfrau Maria drei portugiesischen Hirtenkindern erschienen. Die Pilger gedachten zudem des 25. Jahrestages des Attentats auf den Vorgänger von Benedikt XVI., der am 13. Mai 1981 während der Generalaudienz vom Türken Ali Agca lebensgefährlich verletzt worden war. Der große Marienverehrer Wojtyla war davon überzeugt, dass ihn die Gottesmutter persönlich vor dem Tod bewahrt hatte. Aus diesem Grund ließ er auch eine der beiden Kugeln, die ihn getroffen und schwer verletzt hatten, in die Krone der Madonna von Fatima einfügen.

Im Anschluss an die Prozession, die von der Engelsburg zum Petersplatz führte, wurde im Petersdom eine Heilige Messe gefeiert, der Kardinal Camillo Ruini, Generalvikar des Papstes für die Diözese Rom, vorstand. In seiner Predigt bedankte er sich zunächst bei den Organisatoren und erklärte anschließend: "Jede Pilgerreise ist eine Stärkung und ein Schritt hin zum Herrn." Der Gottesmutter Maria dürfe man nicht nur aus ganzem Herzen vertrauen, sondern man sollte sich ihr vor allem anvertrauen – genauso, wie es Papst Johannes Paul II. getan habe. Den Vorgänger von Benedikt XVI. würdigte Kardinal Ruini als "großen Zeugen der göttlichen Barmherzigkeit". Die Gläubigen bat er, für die Seligsprechung Karol Wojtylas zu beten.

Mit einem Feuerwerk ging der zweite Pilgertag in Rom am späten Abend zu Ende.