20 Jahre Unabhängigkeit Mazedoniens

Gute Beziehungen zwischen Katholiken und den Orthodoxen

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SKOPJE, 2. September 2011 (ZENIT.org/Kirche in Not). - Am 8. September wird Mazedonien 20 Jahre Unabhängigkeit feiern. Das Land begeht in Bezugnahme auf das Referendum, das die Unabhängigkeit von Jugoslawien bestätigt hatte, diesen Tag offiziell als Unabhängigkeitstag,

Mazedonien steht für eine religiöse Mischung aus Katholiken, Orthodoxen und Muslimen, die typisch für die Balkanregion ist. Die Katholiken sind in der Minderheit. In dem Land mit mehr als zwei Millionen Bürgern ist die Mehrzahl orthodox. In der Hauptstadt Skopje und im Westen Mazedoniens an der Grenze zu Albanien stellen die Muslime 20 Prozent der lokalen Bevölkerung. Mit der Auflösung Jugoslawiens und dem Fall des Kommunismus 1991 ist die katholische Kirche in Mazedonien wieder frei und gedeiht.

In Mazedonien gibt es zwei katholischen Traditionen: den lateinischen Ritus und den byzantinischen Ritus. Die kleine Gemeinschaft der 14.000 Gläubigen arbeitet aktiv mit und bewirkt damit den Aufbau der Kirche und der Nation. Beide Traditionen unterliegen der Verantwortung von Bischof Kiro Stoyanovs, dem apostolischen Exarchen in Mazedonien. Zusätzlich zur Leitung dieser beiden katholischen Traditionen sieht Bischof Kiro Stoyanov die Verbesserung der ökumenischen Beziehungen zwischen Orthodoxen und Katholiken als Priorität an.

In einem der schwierigsten Momente der katholischen Kirche in dieser Region, neben den turbulenten politischen Aktivitäten und der schwierigen wirtschaftlichen Situation, wird auf die Beziehung mit den anderen christlichen Denominationen, besonders zur mazedonischen orthodoxen Kirche, viel Druck ausgeübt, so Kirche in Not.

Ivan Cigic, Journalist: „Die Ursache des Konfliktes war nicht religiös, sondern politisch. Mehr als 12.000 Katholiken des byzantinischen Ritus wurden von der orthodoxen Kirche vertrieben. Die Beziehungen zwischen ihnen sind durch die Geschichte nicht einfach. Für den Moment ist die Lage gut. Orthodoxe Gläubige kommen in die Kirchen, weil sie die aktiven katholischen Priester sehen. Also nähert man sich Schritt für Schritt gegenseitig an.“

In der Stadt Ohrid, dem Herzen des Christentums in diesem Landstrich, versuchen die katholische und orthodoxe Kirche auch den ökumenischen Weg zu gehen, indem sie gemeinsame Projekte unterstützen, die für die ganze Gemeinschaft von Bedeutung sind. Eines dieser Projekte besteht darin, ein Tageszentrum für Kinder zu gründen, die an zerebraler Lähmung leiden.