20 Missionare erlitten 2008 einen gewaltsamen Tod

Benedikt XVI.: Auch heute braucht es Zeugen und Märtyrer wie den heiligen Paulus

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ROM, 8. Januar 2009 (ZENIT.org).- Zwanzig in der Mission engagierte Personen haben im Jahr 2008 ihren Dienst mit dem Leben bezahlt, heißt es in einem jährlich erscheinenden Dossier der Nachrichtenagentur Fides der Kongregation für die Evangelisierung der Völker.

Neben dem chaldäisch-katholischen Erzbischof von Mossul (Irak), Msgr. Paulos Faraj Rahho, zählen 16 Priester, ein Ordensmann und zwei freiwillige Helfer zu diesen Glaubenszeugen. Allerdings müsse dieser Liste noch eine große Anzahl „‚unbekannte[r] Soldaten' der großen Sache Gottes" (Tertio millennio adveniente, 37) hinzugefügt werden, wie Papst Johannes Paul II. die zahlreichen namenlosen Märtyrer genannt habe, berichtet Fides.

Angeführt werden nicht nur ermordete Missionare im eigentlichen Sinn, sondern auch jene, die einer Gewalttat zum Opfer fielen, die nicht notwendigerweise „aus Hass gegenüber dem Glauben" geschah.

Zu den Märtyrern, die im Vorjahr für Christus und den Glauben ihr Leben gaben, zählen Pater Brian Thorp, der in seiner Gemeinde im kenianischen Lamu ermordet wurde, Pater Bernard Digal, der als erster katholischer Priester in einer gegen die Christen gerichteten Hetzkampagne von Hinduextremisten im indischen Staat Orissa getötet wurde, und der Karmelitenpater Thomas Pandippallyil, der im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh auf dem Weg zur Feier der Heiligen Messe seinen Mördern in die Hände fiel.

In Venezuela und in Kolumbien wurden Pater Orellana Hidalgo und Pater Jaime Ossa Toro Opfer der Gewalt. Das Motiv war in diesen beiden Fällen die große Armut in diesen Ländern. In Nepal wurde der Salesianerpater Johnson Moyalan ermordet, und auf den Philippinen Pater Reynaldo Roda.

Fides unterstreicht, dass alle modernen Märtyrer „nicht davor zurückschreckten, ihr Leben täglich aufs Spiel zu setzen, damit keiner Person in ihrem Umfeld der Lebensatem der Hoffnung fehlen sollte".

In Sri Lanka fand Pater Xavier Karunaratnam den Tod, während er Opfern des dort schwellenden Konflikts psychologischen Beistand leistete. In der Demokratischen Republik Kongo fiel der freiwillige Helfer Boduin Ntamenya den Kriegswirren zum Opfer.

In der russischen Hauptstadt Moskau schließlich wurden die Jesuitenpatres Otto Messmer und Victor Betancourt in ihrer Wohnung tod aufgefunden. Sie waren einem Mordanschlag zum Opfer gefallen.

Mit Worten Benedikts XVI. betont Fides: „Wie in den Anfangszeiten braucht Christus auch heute Apostel, die bereit sind, sich selber zu opfern. Er braucht Zeugen und Märtyrer wie den heiligen Paulus" (Vesperpredigt in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern am 28. Juni 2007).