23. Juni, Weltgebetstag für die Heiligung der Priester

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ROM, 20. Juni 2006 (ZENIT.org).- "Ich habe euch Freunde genannt" (Joh 15,15): Diese Worte Jesu bilden das Motto des Weltgebetstags für die Heiligung der Priester, der am kommenden Freitag begangen wird, dem Hochfest des Allerheiligsten Herzens Jesus.



Dieser besondere Tag im Jahr, der von Papst Johannes Paul II. eingeführt wurde und dem intensiven Gebet für die Priester gewidmet ist, erinnert die Mitglieder des Klerus daran, dass die Menschen "im Priester das Antlitz Christi schauen" möchten, erläuterte Kardinal Darío Castrillón Hoyos, Präfekt der Kongregation für den Klerus, in seinem Brief zum Weltgebetstag 2004.

In diesem Jahr lädt das genannte vatikanische Dikasterium dazu ein, die Predigt von Papst Benedikt XVI. während der Chrisam-Messe des diesjährigen Gründonnerstags zu betrachten.

"Der Kern des Priestertums ist es, Freunde Jesu Christi zu sein", hatte der Heilige Vater damals hervorgehoben. "Nur so können wir wirklich 'in persona Christi' sprechen, auch wenn unsere innere Ferne von Christus die Gültigkeit des Sakraments nicht in Frage stellen kann. Freund Jesu zu sein, Priester zu sein, heißt, ein Mann des Gebets zu sein."

Die Menschen bedürften der Priester, weil die Welt Gott brauche – und zwar "nicht irgendeinen Gott, sondern den Gott Jesu Christi, den Gott, der Fleisch und Blut geworden ist, der uns geliebt hat bis zum Tod, der für uns auferstanden ist und in sich selbst einen Raum für den Menschen geschaffen hat. Dieser Gott muss in uns leben, und wir in ihm. Das ist unsere priesterliche Berufung: Nur so kann unser Handeln als Priester Früchte tragen."

Die Verehrung des Allerheiligsten Herzens Jesu findet ihren Ursprung in den Erscheinungen Jesu, die der heiligen französischen Ordensfrau Marguerite Marie Alacoque (1647-1690) in Paray le Monial zuteil wurden, einer kleinen Ortschaft in der Bourgogne (Frankreich), gehabt hat. In diesen Erscheinungen hinterließ Jesus der Ordensfrau die Botschaft seiner unendlichen Liebe für jeden Menschen.

Papst Benedikt XVI. ermutigte Ende Mai zur Herz-Jesu-Verehrung. In einem Schreiben an Pater Peter-Hans Kolvenbach, den Generaloberen des Jesuitenordens, bezog sich der Heilige Vater auf die Enzyklika "Haurietis aquas" ("In Freude werdet ihr Wasser schöpfen aus den Quellen des Erlösers") über die Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu von Papst Pius XII. (15. Mai 1956) und bekräftigte: "In der Nähe des Herzens Christi lernt das menschliche Herz den wahren und einzigen Sinn des Lebens und seiner Bestimmung kennen, den Wert eines echt christlichen Lebens verstehen, wegzukommen von gewissen Verirrungen des Herzens sowie die Liebe eines Kindes zu Gott und die Nächstenliebe miteinander zu verbinden."