250 Teilnehmer beim Bundeskongress Katholische Schulen in Essen

Erzbischof Becker: Benachteiligte Kinder und Jugendliche besonders fördern

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BONN, 29. November 2008 (ZENIT.org/DBK.de).- „Katholische Schulen und ihr sozialer Bildungsauftrag“ war das Thema des 5. Bundeskongresses Katholische Schulen, zu dem am gestrigen Freitag in Essen rund 250 Verantwortliche für das katholische Schulwesen zusammengekommen sind.



Erzbischof Hans-Josef Becker (Paderborn), Vorsitzender der Kommission für Erziehung und Schule der Deutschen Bischofskonferenz, wies in seinem einführenden Statement darauf hin, dass der soziale Bildungsauftrag zum Kern dessen gehöre, was katholische Schulen ausmache. „Wer unter christlichen Vorzeichen, aus christlicher Motivation Schulen unterhält, steht unter dem Anspruch, sich mit besonderer Aufmerksamkeit jenen Kindern und Jugendlichen zu widmen, die in irgendeiner Weise benachteiligt sind“, so Becker. Da sie sich als Schulen „für alle mit besonderer Aufmerksamkeit für die Schwächsten“ verstehen, müssten sich alle katholischen Schulen der wachsenden Herausforderung stellen, gerade auch benachteiligte Kinder und Jugendliche zu fördern. Unter den vielfältigen Ursachen und Formen von Benachteiligung hob der Erzbischof besonders migrationsbedingte Nachteile, Behinderungen und Einkommensarmut hervor. „Unsere Schulen müssen sich daran messen lassen, wie offen und einladend sie gerade auch für junge Menschen aus einkommensarmen Familien wirken“, betonte der Erzbischof.

In ihrem Vortrag über das Menschenrecht auf Bildung als Maßstab für den sozialen Bildungsauftrag katholischer Schulen appellierte die Bamberger Professorin für Christliche Gesellschaftslehre Dr. Marianne Heimbach-Steins an die katholische Schule: „Sie muss offen für alle, diskriminierungsfrei zugänglich für unterschiedliche soziale und kulturelle Gruppen und sozial integrativ sein.“ Die Kirche stehe unter der Verpflichtung, ihr Engagement „im Bereich der Schule an der Option für die Armen auszurichten“, so Heimbach-Steins. Das betreffe „Entscheidungen für bestimmte Schulformen, typen und standorte“, aber auch „das bildungspolitische Handeln der Kirche“.

Im Anschluss an den Vortrag diskutierten die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Annegret Kramp-Karrenbauer (Saarbrücken), Erzbischof Hans-Josef Becker, Professor Dr. Klaus Klemm (Essen) und Professorin Dr. Claudia Solzbacher (Osnabrück) über die Frage: „Benachteiligte Schülerinnen und Schüler in allen Schulformen fördern: Wie kann dieser Anspruch Wirklichkeit werden?“ Nachmittags bearbeiteten die Kongressteilnehmer das Thema in neun verschiedenen Workshops. Mit Themen wie Ganztagsangebote, Aufnahmeverfahren an katholischen Schulen, Erziehungspartnerschaft mit den Eltern oder Formen der Beurteilung und des Feedbacks wurde dabei sehr konkret und praktisch gearbeitet. Den Abschluss bildete eine kirchenmusikalische Andacht im Essener Dom unter dem Vorsitz des Essener Bischofs Dr. Felix Genn und mit musikalischer Begleitung von Chor und Orchester des Bischöflichen Angela-Merici-Gymnasiums Trier.

Derzeit gibt es in Deutschland 1.140 katholische Schulen in freier Trägerschaft mit rund 380.000 Schülerinnen und Schülern. Davon sind etwa 180 Förderschulen, 165 berufsbildende Schulen, 260 Schulen im Gesundheitswesen und 535 allgemeinbildende Schulen, darunter 208 Gymnasien. Veranstalter des Bundeskongresses Katholische Schulen war der Arbeitskreis Katholischer Schulen in freier Trägerschaft in der Bundesrepublik Deutschland (AKS).