29 Länder gegen jegliche Klonation

Unterstützung eines spanischen Vorschlags an die UNO

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ROM, 5. November 2002 (ZENIT.org).- Mindestens 29 Länder haben sich der UNO gegenüber für ein totales Klonverbot ausgesprochen, wie Zenit aus diplomatischen Kreisen in Erfahrung bringen konnte.



Die Initiative ging von einem spanischen "Memorandum" aus, das bereits von Argentinien, den USA, Costa Rica, El Salvador, Honduras, Italien, Nicaragua, Nigeria, Panama, Paraguay und der Dominikanischen Republik unterstützt wurde.

In dem am 18. Oktober verabschiedeten Dokument fordern diese Länder, dass die "Internationale Konvention", welche das von der UNO ins Leben gerufene Komitee gegen reproduktives Klonen vorbereiten soll, auf das Klonen insgesamt ausgeweitet werden soll, dazu gehört auch das sogenannte "therapeutische" Klonen, wo menschliche Embryonen zu medizinischen Zwecken getötet werden.

Gegen das reproduktive Klonen ist man erstmals im August 2001 vorgegangen in einem von Deutschland und Frankreich unterzeichnetenVertrag. Im Februar 2002 kam am UNO-Sitz in New York die erste Versammlung zur Vorbereitung der internationalen Konvention zustande.

Schon damals schlugen etliche Länder ein totales Klonverbot vor.

Das spanische "Memorandum" verficht auch das therapeutische Klonverbot, da "auch dabei gegenteilig aller Behauptungen menschliche Klonen zu Experimentierzwecken missbraucht werden, was mit einer legalen und sicheren Forschung nicht vereinbar ist".

"Das Ziel", so das Dokument, ist die Schaffung von menschlichen Embryonen zu Forschungszwecken".

Der Text zitiert zur Erhärtung der Position die europäische Konvention über Menschenrechte und Bioethik von Oviedo zitiert, welche 1999 ratifiziert von etlichen europäischen Staaten worden ist und die unter Artikel 18,2 ausdrücklich "die Konstitution menschlicher Embryonen für Versuchszwecke" verbietet.

Weiter heißt es im Memorandum, dass "Klonen, egal für welche Zwecke, eine unsichere Forschungspraxis und gegen die Menschenwürde ist und daher verboten werden muss".

Man "glaubt ganz fest, dass partielles Klonverbot jeglicher juridischer Grundlage entbehrt, da die gesetzlich zu schützenden Objekte, deren Klonen verboten ist, ob reproduktiver oder therapeutischer Art, zwingend dieselben sind".

Außerdem "ist effizientes Klonen von menschlichen Embryonen zur Fortpflanzung gar nicht kontrollierbar, wenn es nicht gleichzeitig auch therapeutisch ist".

"Ein partielles Klonverbot würde eine gesetzliche Unsicherheit schaffen, denn eine partielle Verbotsstrategie zu verfechten ist nicht effizient und schafft schon wieder ??? gesetzliche Unsicherheit in einem Bereich, wo sich das Recht an die Realität halten muss".

"Ein Partielles Verbot könnte heimlicher Geschäftemacherei von Klonen für Fortpflanzungszwecke Raum schaffen und einen illegalen Eierhandel ins Leben rufen", so das Memorandum.

"Aus dem praktischen Erfahrungsbereich mit Klonen bei Tieren ist ein totales Verbot erst recht angebracht, denn die reichen Erfahrungen bei Klonen von Tierembryonen hat eine sehr geringe Effizienz dieser Techniken gezeigt und vor allem beträchtliche Risiken von Deformierungen manifestiert".

Schließlich wird in dem Dokument versichert, dass "Opposition gegen menschliches Klonen nicht heißt, sich den wissenschaftlichen Errungenschaften der Genforschung zu verschließen, denn das Klonen ist nicht die einzige Forschungsstrategie zur Entwicklung der Fortpflanzungsmedizin: auch die Stammzellenforschung ist nicht nur eine Alternative, sondern auch viel sicherer und respektvoller gegenüber dem Embryo und zeitigt sehr relevante Ergebnisse".