3. Generalversammlung der Nahost Synode, am Dienstag, den 12. Oktober 2010

Es gab 22 insgesamt Interventionen seitens der Synodenväter

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ROM, 15. Oktober 2010 (ZENIT.org / Radio Vatikan).- In unserer ZENIT-Sonderausgabe Dokumente zur Außerordentlichen Nahost-Synode wir die von Gabriela Maria Mihlig, Romkorrespondentin der Nahost-Synode für den Lateinischen Patriarchen, Seine Seligkeit Fouad Twal, Lateinisches Patriarchat Jerusalem, übersetzte Auswahl der Beiträge der Synodenväter auf der 3. Generalversammlung der Nahost Synode, am Dienstag, den 12. Oktober 2010.

 

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Seine Eminenz Kardinal Angelo Sodano, Dekan des Kardinalskollegiums, Vatikan:

Stimmte dem Inhalt des Instrumentum Laboris vollkommen zu. Die erste Anforderung sei die kirchliche Gemeinschaft, worauf die Christen in der gegenwärtigen komplexen Realität des Mittleren Osten achten und hören mögen. Das Zeugnis der Einheit, das die Hirten und die Gläubigen der Gesellschaft geben, in der sie leben, sei wesentlich. Die Zugehörigkeit zu der einen Kirche Christi hat Priorität. Die Einheit zwischen den Hirten und den Gläubigen im Mittleren Osten bedarf vor allem zuerst einer Einheit mit der Kirche von Rom, den Ort, an den die Göttliche Vorsehung den Apostel Petrus hinführte, um seinen Stuhl aufzustellen, merkte Kardinal Sodano an. Ein neuer Beginn im Mittleren Osten mit den Talenten, die Gott dazu gibt, sei notwendig. Es sei ein dringendes Anliegen eine Lösung zum tragischen Konflikt zwischen Israel und Palästina zu finden. Die Religionsfreiheit aller Gläubigen müsse mit Respekt eingefordert werden.

Seine Eminenz Kardinal Zenon Grocholewski, Präfekt der Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Vatikan:

Die Kirche im Mittleren Osten hat eine lange zurückreichende Tradition an Bildung. Es gibt tausende Bildungseinrichtungen, vier katholische Universitäten, acht Institute für höhere kirchliche Studien und mindestens zehn Seminare für die verschiedenen Riten.

4 Punkte nannte Kard. Grocholewski: 1. Die Bildungseinrichtungen sind offen für alle Menschen, sodaß sich niemand als Fremder fühlen müsse. 2. Um Friedensvermittler zu sein, müsse man Respekt haben vor den Menschenrechten, dem Fortschritt, den zivilen und politischen Verpflichtungen, sich für die Ökumene und den Dialog mit anderen Institutionen engagieren. 3. Die Unterstützung von Berufungen zum Priestertum und eine profunde philosophische und theologische Ausbildung sowie geistliche und kulturelle Vorbereitung für die zukünftigen Priester. 4. Von hoher Notwendigkeit ist die Präsenz der Bischöfe, um die katholischen Bildungseinrichtungen zu unterstützen, zu ermutigen und sie konstruktiv in ihren Tätigkeiten zu begleiten.

Pater David Neuhaus SJ, Patriarchalvikar des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, Seelsorger für die Hebräisch sprechenden Katholiken:

Pater Neuhaus wies auf die Tatsache hin, daß Hebräisch auch eine Sprache der Katholischen Kirche im Mittleren Osten sei und im täglichen Leben von hunderten Katholiken in Israel gesprochen wird, gesehen im Zusammenhang mit der Inkulturation in der Gesellschaft. Es gibt tausende von Kindern, die katholisch sind, Familien von Fremdarbeitern, Flüchtlingen und auch Araber, die hebräische Sprachschulen besuchen und Katechismusunterricht auf Hebräisch erhalten. Das sollte für die Kirche eine große Herausforderung in der Zukunft sein. Das hebräisch sprechende Katholische Vikariat suche Wege, um als Brücke zwischen der Kirche, mehrheitlich arabisch sprechend, und der jüdisch-israelischen Gesellschaft zu wirken, um gegenseitigen Respekt zu lehren den Menschen des ersten Bundes und eine Sensibilität für den Schrei nach mehr Gerechtigkeit und Frieden für Israeli und Palästinenser. Arabisch sprechende und hebräisch sprechende Katholiken mögen gemeinsam Zeugnis geben und zusammenarbeiten für die Kirche in ihrem Geburtsland.

Seine Exzellenz Monsignore Salim Sayegh, Weihbischof des Lateinischen Patriarchates von Jerusalem:

Zu erwähnen sei auch das Problem der Sekten im Heiligen Land, welche große doktrinäre Verwirrung stiften. Unsere Zeit sei voll von deren Unsinn. In Jordanien, als Beispiel genannt, gibt es etwa 50 verschiedene Sekten. Bischof Sayegh stellte die Frage in den Raum, was getan werden könne, um den Glaubensschatz der Kirche zu sichern und um den wachsenden Einfluß der Sekten im Heiligen Land zu stoppen? Eine Antwort könne in den pastoralen Tätigkeiten hierfür gefunden werden: z. B. Die Priester sollten die Familien besuchen und sie über den wahren Glauben unterweisen und ihnen helfen den wahren Glauben zu leben. Wichtig sei hierbei auch die christliche Formung von Erwachsenen und die Notwendigkeit der Mitarbeit katholischer Schulen in ihrer Mission, die jungen Menschen im Glauben zu unterrichten. Bischof Sayegh schloß seine Intervention mit folgendem Gedanken: Es sei notwendig den Glaubensschatz zu schützen. Dies sei die grundlegende Mission der Priester der Katholischen Kirche.

Seine Exzellenz Mons. Georges Bacouni, Erzbischof von Tyr (Griech.-Melk.), Libanon

Das Modell der Pädagogik des Herrn, so wie Er mit seinen Jüngern nach Emmaus unterwegs war, sei maßgebend für die Katechese (vgl. Lk 24). Wesentlich sei es, die Gläubigen zu einer persönlichen Beziehung mit Jesus zu geleiten. Da viele Menschen nicht mehr zur Kirche kommen, gehen Mitglieder von den neuen kirchlichen Bewegungen/Gemeinschaften mit diesen, so wie dies der Herr mit seinen Jüngern getan hatte. Die Jünger von Emmaus kehrten mit Hoffnung zurück, in einer Hoffnung, auf die die Kirche gegründet worden ist. Mögen auch wir [sc. die Synodenväter] in unsere Heimat nach dieser Synode auf einem neuen Weg zurückkehren, um die Kirche zu erneuern.

Seine Exzellenz Mons. Jean Benjamin Sleiman, O.C.D., Erzbischof von Babylon der Lateiner, Irak

Seine Intervention bezieht sich auf Instrumentum Laboris (kurz: IL) Nr. 55: Die innerkirchliche Gemeinschaft: Die Einheit in Verschiedenheit ist das Wesentliche für EB Sleiman. Die Gemeinschaft sei das Herz der kirchlichen Identität, die Dynamik der Einheit und die Vielfalt der Teilkirchen

Rev. P. Semaan Abou Abdou, O.M.M. Generalsuperior vom Mariamite Maronite Order

Er betonte besonders die Tatsache, daß die Gründe für die Auswanderung politischer und ökumenischer Art seien und dies den sozialen Aspekt beeinflusse. Alles hänge vom israelisch-palästinensischen Konflikt ab. Oftmals seien die Christen die hauptsächlichen Opfer.