30. Todestag: Papst Johannes Paul I., ein Meister der Demut

Benedikt XVI. würdigt seinen Vorgänger

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ROM, 29. September 2008 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. hob gestern, Sonntag, aus Anlass des 30. Todestages von Papst Johannes Paul I. die Bescheidenheit seines Vorgängers besonders hervor. Der „lächelnde Papst“ war am 28. September 1978, nur einen Monat nach seiner Wahl, an einem Herzinfarkt gestorben.

In seiner Ansprache vor dem letzten Angelusgebet in Castel Gandolfo – für morgen, Dienstag, ist die Rückkehr in den Vatikan angesetzt – kommentierte Benedikt XVI. das Evangelium vom 26. Sonntag im Jahreskreis: Beim Nachdenken über das Gleichnis vom Vater, der seine beiden Söhne zur Arbeit in den Weinberg schickt, habe er „sofort an Papst Johannes Paul I. gedacht, dessen 30. Todestag genau heute begangen wird“, so Benedikt XVI.

Als Bischofswahlspruch habe er, genauso wie der heilige Karl Borromäus, „Humilitas – Demut“ gewählt – „ein einziges Wort, das das Wesentliche des christlichen Lebens zusammenfasst und auf die unverzichtbare Tugend dessen verweist, der in der Kirche zum Dienst der Autorität berufen ist.“

Der Heilige Vater erinnerte dann an ein Wort seines Vorgänger während einer der vier Generalaudienzen seines Pontifikats: „Ich beschränke mich darauf, eine Tugend zu empfehlen, die dem Herrn so teuer ist: Er hat gesagt: Lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen demütig… Auch wenn ihr Großes geleistet habt, sagt: Wir sind unnütze Diener.“

Papst Johannes Paul I. habe in nur 33 Tagen die Herzen der Menschen erobert, weil er demütig gewesen sei, fuhr Benedikt XVI. fort. Und er habe in seinen Ansprachen Beispiele benutzt, die dem konkreten Leben, seinen Erinnerungen an die Familie und der Volksweisheit entnommen waren.

„Seine Einfachheit war das ‚Mittel’ einer fundierten und reichen Lehrtätigkeit, die er dank der Gabe eines außerordentlichen Gedächtnisses und einer guten Bildung mit zahlreichen Zitaten von kirchlichen und weltlichen Schriftstellern bereicherte.“ So sei er den Spuren des heiligen Pius X. folgend ein „unvergleichlicher Katechet“ gewesen.

„Wir müssen uns vor Gott klein fühlen“, habe Johannes Paul I. betont. „Ich schäme mich nicht, mich wie ein Kind vor der Mutter zu fühlen: Man glaubt der Mutter, ich glaube dem Herrn, dem, was er mir offenbart hat.“ Diese Worte offenbarten, so Benedikt XVI., die ganze Tiefe des Glaubens dieses Papstes.

Abschließend dankte der Heilige Vater für das Geschenk, das Gott der Kirche und den Menschen mit Johannes Paul I. gemacht habe, und würdigte ihn als Vorbild der Demut. Sie habe es ihm ermöglicht, zu allen zu sprechen, besonders zu den Kleinen und Fernstehenden.

Nach dem Angelus kündigte Benedikt XVI. seine Abreise in den Vatikan an und dankte allen Bürgern von Castel Gandolfo, dem Bischof von Albano wie auch dem Bürgermeister.