34 neue Rekruten der päpstlichen Schweizergarde vereidigt

Den Papst mit seinem eigenen Leben schützen

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VATIKANSTADT, Dienstag, 10. Mai 2011 (ZENIT.org/Radio Vatikan). - 34 neue Mitglieder der Schweizergarde haben am vergangenen Freitag im Damasushof des Vatikans ihren Diensteid auf Papst Benedikt XVI. abgelegt. Bei der Zeremonie gelobten sie, dem Papst und seinen rechtmäßigen Nachfolgern „treu, redlich und ehrenhaft zu dienen“.

„Am Morgen des 6. Mai 1527 gab der Generalhauptmann Bourbon das Zeichen zum Angriff. Nach kurzem Zögern durchbrachen die spanischen Söldner die Porta del Torrione, während die Landsknechte in den Borgo Santo Spirito und den Borgo San Pietro einfielen. Die Schweizergarde, die sich vollzählig beim Obelisken eingefunden hatte und die wenigen römischen Truppen leisteten verzweifelten Widerstand.“

So begann der „Sacco di Roma“ – die Einnahme Roms durch die Truppen Kaiser Karls V. im Jahr 1527 – vor 484 Jahren, wie ein Gardist zu Beginn der Vereidigungsfeier in Erinnerung rief. Der Kommandant der Garde, Daniel Rudolf Anrig, wies in seiner Rede auf die Bedeutung des Papstschutzes hin:

„Diese Ehre und dieses Vertrauen sind eine Herausforderung. Wir haben unser eigenes Leben in konsequenter Weise mit dieser Herausforderung in Einklang zu bringen und damit mit alledem, was dies mit sich bringt. Damit ist nicht nur ein ehrenhaftes Verwalten im Dienst gemeint, welches vielleicht vom einen oder anderen als Voraussetzung für Treueprämien oder Überlassen der Uniform oder Ordensverleihungen betrachtet wird; wir haben auch unsere übrigen Lebensbereiche danach auszurichten. Die Gaben des Heiligen Geistes sind Weisheit, Verstand, Rat und Stärke sowie Erkenntnis und Frömmigkeit. Weiter zählen auch die Kardinalstugenden wie Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung. Mögen diese Voraussetzungen unsere Ehre noch weiter vergrößern.“

Der Kaplan der Garde, Alain de Reamy, erläuterte die Besonderheit der Schweizergarde.

„Ihr seid wirklich eigenartige Soldaten. Ein Soldat muss im Kriegsfall bereit sein, das Leben des einen mit dem Töten des anderen zu verteidigen. So freut man sich sogar heutzutage noch über den Tod eines Feindes. Andere wiederum reißen den Feind mit sich in den Tod und werden Märtyrer genannt. Ihr, Gardisten, kennt aber nur ein Opfer: das eigene. Ein Opfer für den anderen, ein Opfer gegen niemanden.“

Papst Benedikt hatte die neuen Gardisten und deren Familien zuvor in Audienz empfangen. In seiner Ansprache erklärte er, viele Gardisten hätten beim „Sacco di Roma“ ihr Leben bei der Verteidigung des Papstes verloren. Tapferkeit sei zum Charakteristikum im Angesicht der Plünderung geworden, heute gebe es aber neue Formen von Plünderung: geistliche Plünderungen.

„Im heutigen gesellschaftlichen Umfeld laufen (..) viele junge Menschen Gefahr, allmählich seelisch zu verarmen, da sie Idealen und Perspektiven eines oberflächlichen Lebens nachjagen, die nur materielle Bedürfnisse und Ansprüche erfüllen. Seht zu, dass euer Aufenthalt in Rom eine günstige Zeit darstellt, die vielen Möglichkeiten, die diese Stadt bietet, bestens zu nutzen, um eurem Leben einen immer festeren Halt und tieferen Sinn zu geben. Rom ist reich an Geschichte, an Kultur, an Glauben. Nutzt die Gelegenheiten, die euch geboten werden, euren kulturellen, sprachlichen und vor allem geistlichen Horizont zu erweitern.“

Der Papst wünschte den „Neuen" Brüderlichkeit und Kameradschaft, um ein vorbildhaftes christliches Leben führen zu können.

„Ich möchte diese Gelegenheit nutzen und meine tiefe Dankbarkeit darüber ausdrücken, dass ihr euch für den Dienst für den Nachfolger Petri zur Verfügung stellt, und dafür, dass ihr dazu beitragt, die notwendige Ordnung und die Sicherheit im Vatikanstaat zu garantieren. (..) Euer Dienst ist wichtig, um den ruhigen und sicheren Ablauf der Tagesgeschäfte und des geistlichen Lebens im Vatikan zu ermöglichen.“