40 Jahre Katholische Bibelföderation

Eine Frucht des Zweiten Vatikanischen Konzils

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ROM, 27. August 2009 (ZENIT.org). - Vor 40 Jahren wurde die Internationale Katholische Bibelföderation (KBF) gegründet. Papst Paul VI. hatte sie angeregt, und am 16. April 1969 begann ein Werk zu arbeiten, das heute ein internationaler Zusammenschluss von 332 Organisationen und Institutionen ist. Die Tätigkeitsfelder der KFB sind Bibelübersetzungen, Bibelarbeit und Bibelwissenschaften. Der italienische Osservatore Romano widmete dem Jubiläum seine letzte Sonntagsausgabe.

Für Paul VI. bot das Projekt die Möglichkeit, die Inhalte der Dogmatischen Konstitution über die göttliche Offenbarung Dei Verbum umzusetzen, die als eines der letzten Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils vor 44 Jahren verabschiedet wurde. Der kurze Text sollte wie kein anderer weitreichende Auswirkungen auf viele Bereiche des kirchlichen Lebens haben.

Die Dogmatische Konstitution trug entscheidend dazu bei, dass Seelsorge, Verkündigung, Gottesdienst und Theologie der Kirche heute mehr denn je von der biblischen Botschaft durchdrungen sind.

Die KBF, die in 134 Ländern tätig ist, trete „durch die lebendige und vitale Verwendung der Heiligen Schrift im Einklang mit der Lehre der Kirche" für ein „plurales Zeugnis in der Einheit des Glaubens  ein", so heißt es im Osservatore Romano. Die Bibelföderation habe darüber hinaus maßgeblich dazu beigetragen, „dass Menschen die Leben spendende Botschaft der Bibel in ihrem Alltag umsetzen können".

Als weltweiter,katholischer Zusammenschluss verwaltungsmäßig voneinander unabhängiger internationaler, nationaler und lokaler Organisationen ist die KBF dem bibelpastoralen Dienst verpflichtet. Ihre Aufgabe besteht darin, die Empfehlungen des Zweiten Vatikanischen Konzils, besonders des Kapitels VI der Offenbarungskonstitution, für eine biblisch fundierte Seelsorge zu verwirklichen. Die Förderation selbst dient nach eigenen Angaben dazu, „die Arbeit katholischer Bibelorganisationen in aller Welt zu koordinieren und weiterzuentwickeln“.

Verwurzelt in der katholischen Kirche, ist die KBF offen für den ökumenischen und interreligiösen Dialog. Sie fördert Toleranz und Respekt für andere Kulturen und Religionen und steht auch aktiv im Dienst an Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden.

Gemeinsame Basis ihrer Arbeit ist der Auftrag des Zweiten Vatikanischen Konzils, möglichst vielen Menschen einen lebens- und kontextbezogenen Zugang zur Bibel zu ermöglichen, der zugleich die Vielfalt unterschiedlicher Kulturen und hermeneutischer Methoden respektiert.

Durch ihr Engagement für das Evangelium spielt die KBF „eine aktive Rolle beim Aufbau einer Welt, in der die Werte der Liebe zu Gott und zu den anderen, Gerechtigkeit und Rechenschaftspflicht von wesentlicher Bedeutung sind“.