400 Millionen Afrikaner leben in Armut

Zum internationalen Afrikatag

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MADRID, 25. Mai 2009 (ZENIT.org).- Anlässlich des internationalen Afrikatags, der heute begangen wird, macht die katholische Entwicklungshilfsorganisation „Manos Unidas" darauf aufmerksam, dass rund 400 Millionen Menschen auf dem Schwarzen Kontinent in drückender Armut leben müssen.

Der Afrikatag erinnert an die Gründung der Organisation für Afrikanische Einheit in Addis Abeba (Äthiopien) im Jahr 1963, die sich im Jahr 2002 zur Afrikanischen Union weiterentwickelte.

„Manos Uniodos" ruft dazu auf, hoffnungsvoll, aber auch mit großer Sorge auf Afrika zu schauen. Gründe dafür gebe es nämlich viele: „Hunger, Ausbeutung, nicht enden wollende kriegerische Konflikte, Seuchen, Analphabetismus, Dürre, Wüstenbildung..."

Die großen Probleme des drittgrößten Kontinents fänden ihren Niederschlag in einer extrem hohen Armutsrate: Bereits 400 Millionen Menschen säßen in der Armutsfalle. „Es ist kein Zufall, dass von jenen 177 Ländern, die vom UNO-Entwicklungsprogramm (UNDP) untersucht worden sind, die 24 mit der niedrigsten menschlichen Entwicklungsrate afrikanische sind."

Die Weltwirtschaftskrise verschärfe diese tragische Situation zusätzlich; die Fortschritte vergangener Jahre verblassten: Von 1996 bis 2007 sei die jährliche Zuwachsrate von 3,7 auf 6,5 Prozent angestiegen, während die Inflation von 18,8 auf 8,2 Prozent zurückgegangen sei. Gegenwärtig sinke aber die Nachfrage an afrikanischen Produkten (Diamanten, KAffeee usw.), was mehr Arbeitslosigkeit und weniger Einnahmen bedeute. Darüber hinaus gäben die entwickelten Länder trotz des Versprechens, die Unterstützung für ganz Afrika bis zum Jahr 2010 zu verdoppeln, weniger Geld für die Entwicklungshilfe aus.



Für viele afrikanische Länder mache diese finanzielle Zuwendung aber rund 40 Prozent des Jahresbudgets aus. Weniger Geld von auswärts bedeute weniger soziale Dienste. Die seien aber unerlässlich, um aus dem Teufelskreis der Armut auszubrechen: Hunger - höheres Krankheitsrisiko - weniger Leistungsfähigkeit - weniger Einkünfte - weniger Geld für Nahrungsmittel, Ausbildung und Gesundheit - noch größerer Hunger.

Dennoch ist Afrika nach Angaben der spanischen HIlfsorganisation „Manos Uniodos" ein Kontinent der Hoffnung, denn immerhin seien 284 Millionen Menschen, die dort lebten, jünger als 18 Jahre (Stand Dezember 2007). Anlass zur Hoffnung geben zudem die rund 1.000 Projekte, die afrikanischen Kindern und Jugendlichen zugute kämen, sowie das Auftreten von immer mehr bedeutenden afrikanischen Künstlern, Sportlern und Politikern, „die ihren Ländern nach und nach jenen Platz geben, auf den sie ein Recht haben".

Von Nieves San Martín; Übersetzung von Dominik Hartig