42 Millionen Menschen auf der Flucht

Die meisten Flüchtlinge gibt es in Afghanistan und im Irak

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GENF/WIEN/ROM, 16. Juni 2009 (ZENIT.org/UNHCR).- Im Jahr 2008 waren insgesamt 42 Millionen Menschen auf der Flucht vor Verfolgung, gewaltsamen Konflikten, Krieg und Menschenrechtsverletzungen. Das geht aus dem Bericht Global Trends 2008 des UN-Flüchtlingshochkommissariats UNHCR hervor, der heute, Dienstag, veröffentlicht wurde. Nach dieser Weltflüchtlingsstatistik gab es Ende vergangenen Jahres 16 Millionen Flüchtlinge (darunter 4,7 Millionen Palästinenser) und Asylsuchende sowie 26 Millionen Binnenvertriebene (IDPs), also Menschen, die innerhalb ihres Heimatlandes fliehen mussten.

Hauptaufnahmeländer von Flüchtlingen waren Pakistan (1,8 Mio.), Syrien (1,1 Mio.), Iran (980.000), Deutschland (582.700), Jordanien (500.400), Tschad (330.500), Tansania (321.900) und Kenia (320.600). Österreich rangiert mit 37.600 Flüchtlingen etwas hinter der Schweiz (46.100) auf Rang 36.

80 Prozent der Flüchtlinge weltweit leben in Entwicklungsländern. Die Hauptherkunftsländer waren Afghanistan (2,8 Mio.) und Irak (1,9 Mio.), gefolgt von Somalia (561.000) und Sudan (419.000). Weltweit leben 5,7 Millionen Männer, Frauen und Kinder bereits seit mindestens fünf Jahren im Exil ohne Aussicht auf eine rasche Lösung. Die Gesamtzahl der Flüchtlinge in der Langzeit-Falle umfasst 29 verschiedene Situationen mit jeweils 25.000 oder mehr Flüchtlingen in 22 Ländern.

Der Bericht basiert auf Daten bis Ende 2008. „Doch seitdem hat es neue Massenflucht gegeben, vor allem in Pakistan, Sri Lanka und Somalia", sagte UN-Flüchtlingshochkommissar António Guterres. „Einige dieser Flucht- und Vertreibungssituationen können von kurzer Dauer sein, andere gehen über Jahre oder sogar Jahrzehnte. Beispiele hierfür sind Kolumbien, Irak, die Demokratische Republik Kongo und Somalia. All diese Konflikte haben zudem auch Flüchtlinge hervorgebracht, die außerhalb der eigenen Landesgrenzen Zuflucht suchten."

Eines der Länder mit der größten Zahl von Binnenvertriebenen - geschätzte drei Millionen - ist Kolumbien. Im Irak waren Ende 2008 rund 2,6 Millionen Menschen als Flüchtlinge im eigenen Land registriert. In der sudanesischen Provinz Darfur gibt es über zwei Millionen solcher IDPs (internally displaced persons). Die jüngste Gewalt im Osten der Demokratischen Republik Kongo und in Somalia hat die Zahl der Binnenvertriebenen auf 1,5 bzw. 1,3 Millionen anwachsen lassen. Hingegen ist die Zahl der grenzüberschreitenden Flüchtlinge im Vorjahr im Vergleich zu 2007 gesunken - von 11,4 auf 10,5 Millionen.

Papst Benedikt XVI. appellierte anlässlich des 95. Welttags der Migranten und Flüchtlinge am 19. Januar an alle Menschen, sich nicht nur der Vertriebenen, sondern aller Einwanderer in besonderer Weise anzunehmen. „Ihre Lebenswirklichkeiten sind sicher unterschiedlich: In einigen Fällen können sie - Gott sei Dank - in Ruhe leben und sind gut integriert, andere Male ist ihre Lage leider beklagenswert, schwierig und manchmal sogar dramatisch."

Auf die Fürsprache des Völkerapostels Paulus betete der Heilige Vater um die Kraft zu einem neuen Schwung, um überall auf der Welt das friedliche Zusammenleben von Männern und Frauen unterschiedlicher Ethnien, Kulturen und Religionen zu begünstigen.

Außerdem bekräftigte der Papst, dass jeder dazu berufen sei, das Evangelium zu bezeugen und den Migranten die Liebe Jesu zu bringen. Durch diese Bemühung könne das Phänomen der Migrationen zu einer fruchtbaren Begegnung der Kulturen werden, was respektvoll und im Dialog geschehen müsse, um jeder Versuchung zu Konflikt und Unterdrückung zuvorzukommen.