450 Seelsorger besuchten Exerzitien über Barmherzigkeit in Asien

Die ehemalige Generaloberin der Missionarinnen der Nächstenliebe hielt die Vorträge

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ROM/TAIPEH, Taiwan, 11. September 2009 (ZENIT.org).- 450 Seelsorger aus 29 Ländern, darunter 60 Bischöfe, haben vom 6. September bis zum heutigen Freitag Exerzitien in Taiwan besucht. Das zentrale Thema der geistlichen Übungen waren die Werke der Barmherzigkeit. Die Vorträge hielt Sr. Mary Nirmala Joshi, erste Nachfolgerin der seligen Mutter Teresa als Generaloberin der Missionarinnen der Nächstenliebe. Als Leitwort dienten die Worte Jesu „Das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40).



Die Exerzitien, die an der katholische Universität Fu Jen in Taipeh stattfanden, waren vom Päpstlichen Rat Cor Unum organisiert worden, jener Instanz des Heiligen Stuhls, die für die „Orientierung und Koordination der von der Kirche geförderten karitativen Organisationen und Aktivitäten verantwortlich“ ist (vgl. Deus caritas est, 32). Die Exerzitien richteten sich primär an Personen in Asien, die hohe Ämter im kirchlichen Dienst der Barmherzigkeit innehaben.

In einer Grußbotschaft an die Teilnehmer bekräftigt Papst Benedikt XVI. seine „Anerkennung und Dankbarkeit für all jene, die sich der Diakonie der Barmherzigkeit widmen, einer grundlegenden Tätigkeit für das Leben der Kirche und eine Verantwortung für die gesamte kirchliche Gemeinschaft“. Der Heilige Vater versicherte die Teilnehmer darüber hinaus seines Gebetes und seiner Zuversicht, dass die Exerzitien in ihnen „die Tugend herzerfüllten Mitleids mit denen, die leiden“, stärken werde.

Die Predigten von Sr. Mary Nirmala Joshi konzentrieren sich auf die erste päpstliche Enzyklika Deus caritas est. Benedikt XVI. richtet sich darin unter anderem an all jene, „die praktisch das Werk der Nächstenliebe in der Kirche tun“, und ermutigt sie, Jesus nachzufolgen und nachzuahmen: „Sie dürfen sich nicht nach den Ideologien der Weltverbesserung richten, sondern müssen sich von dem Glauben führen lassen, der in der Liebe wirksam wird (vgl. Gal 5,6). Sie müssen daher zuallererst Menschen sein, die von der Liebe Christi berührt sind, deren Herz Christus mit seiner Liebe gewonnen und darin die Liebe zum Nächsten geweckt hat. Ihr Leitwort sollte der Satz aus dem Zweiten Korintherbrief sein: ‚Die Liebe Christi drängt uns’ (5,14)“.

Im Juni 2008 organisierte der Päpstliche Rat Cor Unum für den amerikanischen Kontinent ähnliche Exerzitien in Guadalajara (Mexiko). Damals kamen 500 Teilnehmer. Die Predigten hielt P. Raniero Cantalamessa OFM Cap., Prediger des Päpstlichen Hauses.