46 neue Metropolitan-Erzbischöfe

„Seid Hirten der Herde Christi“

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VATIKANSTADT, 1. Juli 2011 (ZENIT.org). – Papst Benedikt hat die 41 Metropolitanerzbischöfe, denen er am Hochfest Petrus und Paulus das Pallium aufgelegt hatte, in der Aula Pauls VI. in Audienz empfangen. Weitere fünf werden das Pallium vom päpstlichen Delegaten in ihrer Heimatdiözese in Empfang nehmen, da sie persönlich an diesem Festtag nicht in den Vatikan reisen konnten.

Der Papst nannte die Audienz ein schlichtes und familiäres Treffen. Er erinnerte daran, dass das Pallium ein Zeichen der „Einheit der Hirten der Kirche mit Petrus und seinen Nachfolgern“ sei. Vor allem weise es auf die Mission eines jeden hin, der es empfange, Hirte der Herde Christi und lebendiger Zeuge seiner Liebe zu sein.

Der Papst versicherte den neuen Metropoliten seine Nähe und ermutigte die Anwesenden in verschiedenen Sprachen.  Am Schluss rief er mit den Worten des hl. Cyprian, Bischof von Karthago, dazu auf: „Absolut nichts darf Christus vorgezogen werden, denn er selber hat nichts uns vorgezogen. Bleibt fest in dem Willen, mit seiner Liebe vereint, mutig neben seinem Kreuz auszuharren und starkes Zeugnis von ihm abzulegen.“

Das Pallium ist ein Symbol für das Hirtenamt in Einheit mit dem Papst, dem Nachfolger des Apostels Petrus. Es wird aus Wolle von Lämmern gewebt, die am Fest der heiligen Agnes vom Papst gesegnet werden. Die eingewebten Kreuze sind Zeichen der Wundmale Christi. Das Auflegen des Palliums ist seit 1000 Jahren in dieser Form in Gebrauch.

Papst Gregor der Große hatte eingeführt, dass nur der Papst selber die Pallien auflegen darf. Dass dies am Hochfest Petrus und Paulus geschieht, verdankt die Kirche Papst Paul VI. Er hatte die Absicht, die Verbundenheit mit der Kirche Christi besonders in den Vordergrund zu stellen.

Bei dem Auflegen des Palliums wird symbolisch das Hirtenamt übertragen. Das Hirtenamt kann man sich nicht selber zusprechen, der Herr beruft zu diesem Amt und verleiht die Vollmacht. Die Autorität, diese weiterzugeben, kommt der Kirche zu.

Pallien können nicht weitergegeben werden. Es wird mit dem jeweiligen Metropoliten  begraben. Sollte dieser die Diözese wechseln, bekommt er ein neues Pallium.

Das Pallium des Papstes hat sein jetziger Zeremonienmeister Guido Marini entworfen. Er bezeichnete es selber als eine „Zwischenform“.

Der neuernannte Erzbischof von Mailand, Angelo Scola,wird sein Pallium nächstes Jahr am Fest Petrus und Paulus aufgelegt bekommen. (jb)