498 Märtyrer auf dem Petersplatz selig gesprochen

„Botschaft des Glaubens und der Liebe“

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ROM, 29. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Die Seligsprechung der 498 Märtyrer aus dem Spanien der 30er-Jahre des 20. Jahrhunderts, die am Sonntag auf dem Petersplatz in Rom gefeiert wurde, markiert ein einmaliges Ereignis in der Kirchengeschichte: Noch nie zuvor waren so viele Blutzeugen gleichzeitig zur Ehre der Altäre erhoben worden.



Rund 50.000 Menschen versammelten sich auf dem Petersplatz, um der Märtyrer zu gedenken, die bei den gewaltsamen Auseinadersetzungen in den Jahren des Spanischen Bürgerkriegs aufgrund ihres Glaubens das Leben lassen mussten.

„Die Botschaft der Märtyrer ist eine Botschaft des Glaubens und der Liebe“, betonte Kardinal José Saraiva Martins, Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, der im Namen des Heiligen Vaters die Eucharistie feierte.

Im Gegensatz zur neuen Praxis, Seligsprechungen in der Heimat des jeweiligen Glaubenszeugen vorzunehmen, fand die Liturgie am Sonntagvormittag im Vatikan statt, stammen die neuen Seligen doch aus 15 verschiedenen spanischen Diözesen; 23 Seligsprechungsprozesse waren zudem von Rom aus geführt worden. Die meisten der neuen Seligen stammen aus Spanien, einige aber auch aus Kuba, Frankreich und Mexiko.

Mehrere hundert Familienangehörige der Märtyrer nahmen an der Seligsprechungsfeier teil. Die offizielle Delegation Spaniens wurde von Außenminister Miguel Ángel Moratinos angeführt.

Nachdem Kardinal Antonio Rouco Valera, Erzbischof von Madrid – der Diözese, aus dem die meisten Bürgerkriegs-Märtyrer stammen –, den Papst darum gebeten hatte, die Märtyrer in die Schar der Seligen aufzunehmen, verlas Kardinal Saraiva Martins das Apostolische Schreiben zur Seligsprechung. Der Gedenktag der spanischen Märtyrer wird jeweils am 6. November begangen werden.

„Was für eine Botschaft richten die Märtyrer an jeden von uns, die wir anwesend sind?“, fragte Kardinal Saraiva Martins. „Dass wir uns selbst ehrlich prüfen sollten, um konkret Gewissheit darüber zu erlangen, ob dieser Glaube und diese Liebe in unserem Leben sich wahrhaft als heroisch erweisen.“

Ein wahrer Christ zu sein bedeutet nach Kardinal Saraiva, „sich nicht vor den Pflichten zu drücken“, sondern stattdessen „einen Beitrag für das Gemeinwohl und die Gestaltung der Gesellschaft aus dem Prinzip der Gerechtigkeit heraus zu leisten“. Weiterhin bedeute dies, die Achtung der menschlichen Würde zu fördern, das Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod zu schützen und die Familie zu verteidigen, die sich auf die eine und unauflösliche Ehe zwischen Mann und Frau stütze. Dazu gehörten auch das Recht und die oberste Pflicht der Eltern auf Erziehung ihrer Kinder, bekräftigte der portugiesische Kardinal.

„Danken wir Gott für das große Geschenk dieser heldenhaften Glaubenszeugen, die – ausschließlich von ihrer Liebe zu Christus bewegt – mit ihrem Blut ihre Treue zu ihm und zu seiner Kirche bezahlten“, erklärte Papst Benedikt nach der Seligsprechung zum Angelus. „Mit ihrem Zeugnis erleuchten sie unseren geistlichen Weg hin zur Heiligkeit, und sie ermahnen uns, unser Leben als Opfer der Liebe für Gott und die Brüder hinzugeben. Gleichzeitig drängen sie uns mit ihren Worten und Gesten der Vergebung gegenüber ihren Verfolgern, unermüdlich für Barmherzigkeit, Aussöhnung und friedliches Zusammenleben zu arbeiten. Ich lade euch von Herzen ein, jeden Tag die kirchliche Gemeinschaft mehr zu stärken, treue Zeugen des Evangeliums in der Welt zu sein und dabei die Freude zu verspüren, lebendige Glieder der Kirche, der wahren Braut Christi, zu sein.“

Mit der gestrigen Seligsprechung ist die Zahl der seligen Märtyrer des spanischen Bürgerkriegs auf 978 gewachsen. Nach Worten des Sekretärs der spanischen Bischofskonferenz, Juan Antonio Martínez Camino SJ, gibt es noch rund 2.000 weitere spanische Glaubenszeugen, die auf dem Weg zur Seligsprechung sind.

Auf die Fürsprache der 498 selig gesprochenen Märtyrer bat Benedikt XVI. für die Kirche in Spanien und auf der ganzen Welt, dass das christliche Leben unter Gläubigen und Familien vertieft werden möge. Das Blut, das sie vergossen haben, möge zum Samenkorn für zahlreiche heilige Berufungen zum Priestertum, zum Ordensleben und für die Mission werden.