50 Jahre Hilfe für Lateinamerika durch Kirche in Not

123 Millionen Euro Hilfe in zehn Jahren

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KÖNIGSTEIN, 25. September 2012 (ZENIT.org). - In diesen Tagen feiert das internationale katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ das 50-jährige Jubiläum seines Einsatzes für die Kirche in Lateinamerika. Bis heute wird ein Großteil des Spendenaufkommens für die Seelsorge in dieser Weltregion bereitgestellt, da die Zahl der Katholiken auf dem Subkontinent wächst und durch staatliche Profitgier benachteiligte Menschen in der katholischen Kirche einen vertrauensvollen Partner sehen.

Die Hilfe für Lateinamerika hat ihren Ursprung in einer Reise von Pater Werenfried van Straaten, dem Gründer des Hilfswerks. Er reiste 1962 auf Bitten zweier Kardinäle nach Brasilien, Chile, Peru, Bolivien, Kolumbien und Venezuela. Auch Papst Johannes XXIII. hatte Pater Werenfried um Hilfe für diesen Kontinent gebeten.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland startete Pater Werenfried bei „Kirche in Not“ eine Solidaritätsaktion für die armen und ausgebeuteten Menschen und zur Unterstützung der  Seelsorge in Südamerika. Diese dauerhafte und erfolgreiche Partnerschaft mit den Ortskirchen in Mittel- und Südamerika besteht nun seit 50 Jahren.

„Die katholische Kirche ist trotz vielschichtiger politischer Veränderungen, unterschiedlichster wirtschaftlicher Entwicklungen und einer neuen, nicht unproblematischen religiösen Vielfalt eine wichtige gesellschaftliche Kraft geblieben. Zudem wächst die Bedeutung der Kirche Lateinamerikas als Teil der Weltkirche“, erläutert Ulrich Kny, Lateinamerika-Referent bei „Kirche in Not“.

Politische und soziale Spannungen sowie ökologische Bedrohungen stellen die Kirche nach den Worten von Kny vor neue Herausforderungen. In Brasilien wachse beispielsweise die Wirtschaft so rasant, dass ökologischer Raubbau und soziale Konflikte die Folge seien. Besonders eklatant sei die Landflucht, aber auch der Streit um Land, extreme Gewalt, Prostitution und Menschenhandel.

Angesichts dieser Herausforderungen konnten viele Projekte in der Vergangenheit unterstützt werden, zum Beispiel der Bau Tausender Fertighäuser für Menschen in Elendsvierteln in Santiago de Chile, der Wiederaufbau kirchlicher Gebäude nach schweren Erdbeben, Kapellenschiffe auf dem Amazonas oder die Bauernhöfe der Hoffnung („Fazenda da Esperanca“), Einrichtungen für Drogenabhängige für den Weg aus der Sucht.

Allein in den vergangenen zehn Jahren stellte das Hilfswerk „Kirche in Not“ fast 123 Millionen Euro für mehr als 12 500 Projekte in den Ländern Lateinamerikas zur Verfügung.