6.000 junge Fokularen verpflichten sich durch ihr Leben für den Frieden

Chiara Lubich: Bringt die Liebe wieder, welche die Welt zu verändern vermag"

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LOPPIANO (ITALIEN) 6. Mai 2002 (ZENIT.org).- Über 6.000 Jugendliche kamen am 1. Mai aus 72 Ländern nach Loppiano in der Nähe von Florenz, um einen ganz persönlichen Beitrag zum Frieden zu leisten.



Angesichts der Gewalt und Ungerechtigkeit in der Welt kamen die Fokularen zusammen. Motto war: "Jugendliche für eine geeinte Welt". Sie legten in Verbindung mit Tausenden Jugendlichen aus aller Welt das Zeugnis ab, dass es ein "Volk" gibt, welches seine Identität in der Verpflichtung begründet sieht, einen Beitrag zur Entwicklung einer durch die Brüderlichkeit bestimmte Welt zu leisten.

Friedenszeugnisse aus aller Herren Länder waren zu vernehmen. Und die Experten wiesen darauf hin, dass der Beitrag sowohl jedes Einzelnen, als auch im Kollektiv gefordert ist zur Verwirklichung einer geeinteren Welt.

Um 12.00 Uhr legte man eine Schweigeminute ein und betete per Konferenzschaltung zusammen mit Jugendlichen aus aller Welt für eine geeinte Welt und das Heilige Land, für Juden, arabische Christen und Muslime.

"Wir bitten um den Frieden an jenen 20 Orten der Erde, wo der Friede immer noch bedroht wird und insbesondere für euer Land, für alle Menschen jedes Volk der Erde. Wir bitten um Vergebung für alle Kriege, welche unseren Planeten verwüsten und verpflichten uns, die Errichtung einer geeinten Welt schneller voranzutreiben".

Die Jugendlichen aus dem Heiligen Land werden ein interreligiöses Gebet an der Klagemauer, am Heiligen Grab und auf dem muslimischen Tempelberg (der goldenen Moschee) in Jerusalem niederlegen, handelt es sich dabei doch um höchst symbolische Stätten der drei großen Religionen.

Auch Chiara Lubich unterstrich, es sei wichtig, mit dem eigenen Leben zum Frieden beizutragen. Sie ist Gründerin der Fokularen.

"Möge der heutige Tag eine Etappe sein, damit wir eines Tages diese universelle Brüderlichkeit erleben können, welche die Lösung für alle schweren Probleme unseres Planeten ist, insbesondere seit dem 11. September. Bringt der Welt wieder die Liebe, welche sie zu ändern vermag", so Chiara zu den Jugendlichen.

Um 12.30 Uhr schaltete sich EU-Kommissionspräsident Romano Prodi über Videokonferenz hinzu und zeigte sich sehr zufrieden über die ihm am Tag zuvor vorgelegte Bitte um einen größeren Einsatz Europas zur Lösungsfindung für die Krise in Nahost.

"Euer Appell ist mir eine große Hilfe, denn in eurer Botschaft sprecht ihr von der Vereinigung von Prophetie und Wirklichkeit. Ihr seid voller Hoffnung und ihr braucht diese Hoffnung auch. Will man vom Realismus zur Hoffnung und zur Prophetie übergehen, muss man wissen, dass es Menschen gibt, die daran glauben, die verstehen, dass man eine Erneuerung versuchen muss, dass man versuchen muss, weiter voran zu gehen, zu insistieren, den Mut niemals sinken zu lassen und Weitsicht zu bewahren".

Am Nachmittag wurden Unterschriften gesammelt, um den Friedensappell zu unterstützen. Diese wurden an Prodi und an den spanischen Premierminister José María Aznar übersandt, welcher derzeit den EU-Vorsitz innehat. Auch der spanische Außenminister Josep Piqué und der "Außenminister" der EU, Javier Solana, erhielten di Listen.


20.000 Unterschriften wurden in aller Welt gesammelt. Etliche EU-Abgeordnete, Bürgermeister und Stadträte haben den Appell unterschrieben. Auch über Internet haben Hunderte von Jugendlichen diese Initiative unterstützt.

Die Fokularenbewegung wurde 1943 gegründet und 1962 vom Heiligen Stuhl approbiert. Man schätzt die Zahl der Mitglieder und Sympathisanten auf etwa 4,5 Millionen in 182 Ländern.