60 Jahre UN-Menschenrechtserklärung: Der Vatikan feiert am 10. Dezember

Kardinal Renato Martino: Menschenrechte verweisen auf transzendente Würde des Menschen

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ROM, 13. November 2008 (ZENIT.org).- Am heutigen Vormittag stellte Kardinal Renato Martino, Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, das Programm der Gedenkfeiern vorgestellt, die anlässlich des 60. Jahrestages der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte am 10. Dezember im Vatikan stattfinden werden.



Die UN-Menschenrechtscharta ist das ausdrückliche Bekenntnis der Vereinten Nationen zu den allgemeinen Grundsätzen der Menschenrechte. Sie wurde am 10. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Palais de Chaillot in Paris genehmigt und verkündet. Seitdem ist sie Grundlage des humanitären Völkerrechts.

Kardinal Martino erklärte, dass die verschiedenen Initiativen einerseits zur Feier dieses Ereignisses dienten und dass andererseits der immerwährende Wert der Charta bei der Erziehung und Orientierung zum Aufbau einer gerechteren und solidarischeren Welt hervorgehoben werden solle.

Die Kirche vertrete die Auffassung, dass die Menschenrechte die transzendente Würde des Menschen zum Ausdruck brächten. Sie halte daher die Proklamation der Menschenrechtserklärung von 1948 für einen Augenblick, der für die Reifung eines der Würde der Person angemessen Gewissens entscheidend gewesen sei. Die Kirche habe diesbezüglich ihren Beitrag geleistet –sowohl durch die Überlegungen zu den Menschenrechten im Licht des Wortes Gottes und der menschlichen Vernunft, als auch durch ihren Einsatz bei der Verkündigung der Würde des Menschen und seiner Rechte.

Der Kardinal erinnerte diesbezüglich an die Ansprache Benedikts XVI. an die Vollversammlung der Vereinten Nationen am 18. April 2008, in der der Papst bekräftigte: „Das Verdienst der ‚Allgemeinen Erklärung’ ist, dass sie verschiedenen Kulturen, juristischen Ausdrucksweisen und institutionellen Modellen erlaubt hat, rund um einen grundlegenden Kern von Werten und damit von Rechten übereinzukommen.“

Dementsprechend habe der Päpstliche Rat für Gerechtigkeit und Frieden gemeinsam mit der Präfektur des Päpstlichen Hauses für den 10. Dezember in der Audienzhalle Pauls VI. im Vatikan einen Festakt geplant, der zwei Teile aufweise.

Der erste Teil, der um 16.00 Uhr beginnt, wird vor allem der Reflexion und dem Studium gewidmet sein. An ihm werden die Verantwortlichen der Dikasterien der Römischen Kurie sowie das beim Heiligen Stuhl akkreditierte Diplomatische Korps teilnehmen.

Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone, der Generaldirektor der Weltarbeitsorganisation (ILO), Juan Somavia, und der Generaldirektor der Welternährungsorganisation (FAO), Jacques Diouf, werden bei dieser Gelegenheit über den Wert und die Aktualität der UN-Menschrechtserklärung sprechen.

Am späteren Nachmittag, gegen 18.00 Uhr, ist als zweites Ereignis ein Konzert des Brandenburgischen Staatsorchesters aus Frankfurt geplant, das von der spanischen Dirigentin Inma Shara geleitet werden wird. An dem Konzert wird auch Papst Benedikt XVI. teilnehmen. Zum ersten Mal in der Geschichte wird es eine Frau sein, die ein Orchester vor dem Papst dirigiert. Auf dem Programm stehen Kompositionen von Felix Mendelssohn Bartholdy, Wolfgang Amadeus Mozart, Amilcare Ponchielli und Manuel de Falla.

Kurz vorm Beginn des Konzerts werden die Auszeichnungen der Stiftung „San Matteo“ im Andenken an Kardinal François-Xavier Nguyên Van Thuân verliehen werden. Unter den diesjährigen Preisträgern befindet sich auch der ehemalige Präsident des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes, Corneli Sommaruga.