70 Muslime übermitteln Papst Franziskus einen Brief

Im Schreiben wird der Einsatz für den Dialog und den Frieden hervorgehoben

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Antonio Gaspari | 397 klicks

„Auf dass ihm der eine Gott, der den hl. Franziskus erleuchtete, zugunsten der gesamten Menschheit den Weg weise und wir ihm nachfolgen. Heiliger Vater, wir versichern Sie unserer innigsten Gebete.“ Mit diesen Worten endete der von 70 Muslimen verschiedener theologischer Schulen und aus insgesamt über dreißig Ländern an Papst Franziskus gerichtete Brief, der gestern Vormittag vor der Generalaudienz im Rahmen einer Begegnung in der vatikanischen „Domus Sanctae Marthae“ verlesen wurde. 

Das Schreiben wurde dem Papst von der Iranerin Shahrzad Houshamand persönlich überreicht. Houshamand war eines der Mitglieder einer aus verschiedenen Religionen bestehenden Delegation der „Freunde Chiara Lubichs und der Fokolar-Bewegung“. Diese nimmt an der vom 17. bis 20. März 2014 in Castel Gandolfo veranstalteten Begegnung „Insieme verso l’unità della famiglia umana“ (Gemeinsam auf dem Weg zur Einheit der menschlichen Familie) teil.

Wie aus dem Brief hervorgeht, besteht das Ziel des Zusammentreffens in der Erneuerung und Stärkung des interreligiösen Dialogs in einem auf die Verwirklichung der Einheit der Familie und der universellen Brüderlichkeit ausgerichteten Geist. An späterer Stelle ist folgendes zu lesen: „Wir möchten unsere tiefe Liebe zum Papst und unsere Achtung vor seiner Person, sowie die Dankbarkeit für das den Muslimen der Welt mehrmals erwiesene Entgegenkommen zum Ausdruck bringen.“

Ferner richteten die Muslime folgende Worte an den Papst: „Der von ihnen durch Taten und Gesten verkörperte Geist der Demut und des Dienstes gemäß dem Evangelium berührt uns zutiefst und ruft in uns Muslimen Vertrauen und Hoffnung wach, da das Wort Gottes erneut in uns lebendig wird.“ Den Koran zitierend ergänzten sie: „Die den Gläubigen in der Liebe am nächsten stehenden sind jene, die sagen: 'Wir sind Christen', denn unter ihnen befinden sich Priester und Mönche und sie sind nicht hochmütig“ (Koran 5:82; eigene Übersetzung).

Die interreligiöse Delegation würdigte die im Apostolischen Schreiben „Evangelii Gaudium“ enthaltenen Aussagen des Papstes; insbesondere den Absatz Nr. 253, aus dem hervorgeht: „ … der wahre Islam und eine angemessene Interpretation des Korans stehen jeder Gewalt entgegen“.

In der Botschaft wird zudem betont, dass die verschiedenen Institutionen der islamischen Welt und die absolute Mehrheit der Muslime von einem festen Glauben erfüllt seien und sich für den Frieden und die Liebe einsetzten.