80 Jahre Vatikanstaat: Händels „Messias“ erklingt in der Audienzhalle Pauls VI.

Papst Benedikt: Das Oratorium macht das christliche Mysterium wahrnehmbar

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ROM, 13. Februar 2009 (ZENIT.org).- Mit einem Konzert in der Audienzhalle Pauls VI. wurde gestern Abend des 80. Jahrestages des Abschlusses der Lateranverträge gedacht, durch die der Staat der Vatikanstadt in seiner heutigen Form entstanden ist.



Das irische RTE Concert Orchestra und der Kathedralchor von Dublin „Our Lady’s Choral Society” führten unter der Leitung von Proinnsias O’Duinn in Gegenwart Papst Benedikts XVI. das Oratorium G.F. Händels (Halle an der Saale, 23. Februar 1685 – London, 14. April 1759) „Der Messias“ zur Aufführung. Die Alt-Partie des Werkes wurde von der in Halle an der Saale wirkenden Gesangssolistin Ulrike Schneider gesungen. Das insgesamt auf zweieinhalb Stunden angelegte Werk wurde für diesen Anlass auf gut eine Stunde verkürzt.

In seinem Dankwort an die Künstler nach der Konzert hob der Papst hervor, dass Händels Messias helfe, das „dichte und verborgene Geheimnis des christlichen Glaubens“ zu betrachten. Musik und Gesang besäßen dank ihrer Verflechtung mit dem Glauben einen hohen erzieherischen Wert im Bereich der Religion. Mit ihrer eigenen Beredsamkeit mache die Musik das christliche Mysterium wahrnehmbar, so Benedikt XVI.

Mit Blick auf das Jubiläum der Lateranverträge und des Vatikanstaats kündigte der Papst an, dass er sich darüber morgen, Samstag, bei einem Empfang für die Teilnehmer eines derzeit im Vatikan laufenden Kongresses ausführlicher äußern wolle. Der Vatikanstaat sei „ein kleines Territorium für eine große Sendung“.

Der Heilige Vater widmete seine Aufmerksamkeit all denen, „die in diesen 80 Jahren die Protagonisten der Geschichte gewesen sind“. Insbesondere gedachte er Papst Pius XI., der bei der Verkündigung der Unterzeichnung der Verträge den heiligen Franz von Assisi zitiert hatte. „Er sagte, dass die neue souveräne Wirklichkeit für die Kirche wie für den ‚Poverello’ das bisschen Leib darstellte, das nötig ist, um die Seele zusammenzuhalten.“

Benedikt XVI. bat den Herrn darum, „weiterhin über diesen kleinen Staat zu wachen“ und vor allem „dem mit der Kraft seines Geistes beizustehen, der am Steuer des Schiffes steht, dem Nachfolger des Petrus - auf dass er treu und wirksam sein Amt als Fundament der Einheit der katholischen Kirche ausüben kann, die im Vatikan ihren sichtbaren Mittelpunkt hat und sich bis an die Grenzen der Welt ausdehnt“.

Dem Konzert wohnten neben hohen Vertretern der Römischen Kurie und Diplomaten rund 8.000 weitere Gäste bei, darunter eine große Delegation aus Dublin, die von Benedikt XVI. eigens begrüßt wurde.

In Dublin war der „Messias“ 1742 uraufgeführt worden. Das Werk erklang nun erstmals im Vatikan. An der Seite der Hallenser Altistin Schneider sangen Lynda Lee (Sopran), Robin Tritschler (Tenor) und Ian Caddy (Bass).