860 Millionen Kinder führen ein Leben in großer Not

Ausführlicher Bericht der Nachrichtenagentur der Kongregation für die Evangelisierung der Völker

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ROM, 11. Januar 2006 (ZENIT.org).- Weltweit fristen rund 860 Millionen Kinder ein Dasein in Not und Schrecken. Details und Zahlen zu diesem Problem veröffentlichte vor kurzem die Nachrichtenagentur der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, \"Fides\".



Unter dem Titel \"Herodes: Die Ermordung unschuldiger Kinder geht weiter\" berichtete \"Fides\" anhand aktueller Daten, die von verschiedenen internationalen Organisationen erhoben wurden, dass heute 211 Millionen Kinder im Alter zwischen 5 und 14 Jahren arbeiten müssen. 171 Millionen von ihnen kämen ihren Tätigkeiten unter sehr gefährlichen Bedingungen nach, rund 120 Millionen seien Vollzeitbeschäftigte. Kinderarbeit sei vor allem in Asien ein großes Problem, heißt es. \"Der Grund für viele Formen der Ausbeutung liegt in der Tatsache, dass in den ärmsten Entwicklungsländern über 50 Millionen Kinder nicht einmal registriert werden, wenn sie geboren werden.\"

Kindersoldaten – jene Kinder, \"die zu Killern gemacht werden, um erbarmungslos zu töten\" – gebe es heute rund 300.000 auf der ganzen Welt. Sie würden häufig mit Drogen voll gestopft, \"um ihre Ängste zu überwinden und kaltblutig zu morden\", und seien \"an der Front von vergessenen Kriegen anzutreffen, die den Boden von 40 Ländern mit Blut überziehen\". Die Mehrheit sei zwischen 10 und 14 Jahren alt.

20 Millionen Kinder kommen dem Bericht zufolge in Flüchtlingslagern zur Welt und wüchsen dort auf. Während des vergangenen Jahrzehnts seien rund zwei Millionen von ihnen im Zuge verschiedener bewaffneter Konflikte als zivile Opfer ums Leben gekommen.

Straßenkinder

Die Zahl der \"Straßenkinder\" wird im Bericht der Nachrichtenagentur auf 120 Millionen geschätzt, 50 Prozent lebten in Südamerika. \"Kinder der Gewalt, der grenzenlosen Industrialisierung, der \'Favelas\', der Kriege, der Auflösung von gesellschaftlichen und familiären Bindungen, von Drogen und sexuellem Missbrauch\" seien meist zwischen 5 und 16 Jahre alt, heißt es. \"Aber es gibt auch solche, die 3 oder 4 Jahre alt sind.\" Und in der Mehrzahl seien Jungen betroffen. Allerdings müsse man in diesem Zusammenhang bedenken, dass Mädchen einfacher zur Arbeit im Haushalt oder zur Prostitution gezwungen werden könnten und somit nicht aufscheinen.

Eine weitere Tragödie, die im erschütternden Bericht angeführt wird, ist der Hunger in der Welt. Er sei für den Tod von 11 Millionen Kindern verantwortlich gewesen, die alle jünger als 5 Jahre waren.

Im vergangenen Jahr starben drei Millionen Menschen an Aids, darunter 500.000 Kinder. Unter den 40 Millionen Menschen, die an der Immunschwäche Aids litten, waren 2,5 Millionen Kinder jünger als 14 Jahre.

Im Menschenhandel würden jedes Jahr mindestens 1,2 Millionen junge Menschen bis zum 19. Lebensjahr verwickelt werden, wird erklärt.

Misshandelte Mädchen

Aktuellen Schätzungen zufolge wurden vier Millionen Mädchen zur Verheiratung, Prostitution oder Sklaverei verkauft.

\"Das Problem der abgesprochenen Hochzeiten, von denen es weltweit mehr als 80 Millionen gibt und die Mädchen auferlegt werden, die jünger als 18 Jahre alt sind, ist von vielen Menschenrechtsorganisationen auch wegen der Todesrisikos der sehr jungen Mutter kritisiert worden\", heißt es im \"Fides\"-Bericht.

Darüber hinaus stellten die Mädchen unter jenen Minderjährigen, denen überhaupt keine Ausbildung zuteil wird, zwei Drittel. Die \"Folge davon ist, dass sie später zu jenen Frauen gehören werden, die weder lesen noch schreiben können und von denen es heute 600 Millionen gibt\".

Rund zwei Millionen Mädchen müssten im Kindesalter rituelle Beschneidungen über sich ergehen lassen. Insgesamt sollen 120 Millionen Frauen von dieser Gewalttat betroffen sein.