90 Jahre Päpstliches Orientalisches Institut: Begegnung mit Papst Benedikt XVI.

Der Heilige Vater ermutigt dazu, den Wissensschatz der Ostkirche zu studieren

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ROM, 7. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Die Weisheit des christlichen Ostens ist ein Erbe, das man bei allen Verpflichtungen für die Ökumene hochschätzen sollte, bekräftigte Benedikt XVI. am Donnerstag beim Empfang einer Delegation des Päpstlichen Orientalischen Institutes.



Die Audienz fand aus Anlass des 90-jährigen Bestehens dieser Institution statt, die auf eine Anregung von Papst Benedikt XV. gegründet worden war, der damit ein kulturelles Zentrum für das Studium des wertvollen geistigen Erbes der Ostkirchen schaffen wollte.

In seiner Ansprache erinnerte der Heilige Vater daran, dass sein genannter Vorgänger angesichts des „sinnlosen Gemetzels“ des Ersten Weltkrieges seine Stimme erhoben und „einen konkreten Friedensplan“ entworfen hatte, dem bedauerlicherweise niemand gefolgt war.

In der Tat, so fügte der Papst hinzu, habe Benedikt XV. „zur Sicherung des kirchlichen Friedens“ innerhalb weniger Monate die „Kongregation für die Ostkirche“ ins Leben gerufen – heute wird sie „Kongregation für die Orientalischen Kirchen“ genannt – und wenig später das Päpstliche Orientalische Institut, dessen Leitung der Gesellschaft Jesu anvertraut wurde.

Schwierige Zeiten haben nach Worten Benedikts XVI. die kirchlichen Gemeinden im Osten immer wieder vor große Herausforderungen gestellt, „und auch wenn sie physisch weit von Rom entfernt sind, bleiben sie doch immer dank ihrer Treue eng mit dem Stuhl Petri verbunden“.

Ihr Fortschreiten und die Entschlossenheit, die sie in all diesen Schwierigkeiten an den Tag legten „wären ohne die ständige Unterstützung, die sie in dieser Oase des Friedens und des Studiums finden, die das Päpstliche Orientalische Institut ja ist, undenkbar gewesen“, fügte der Papst hinzu.

Benedikt XVI. sprach auch sehr anerkennende Worte über die Bibliothek des Instituts, die weltweit zu den angesehendsten gehöre, wenn es um den christlichen Osten geht. Mit ihren 180.000 Bänden sei sie ein Ort der Begegnung für Lehrer und Wissenschaftler aus der ganzen Welt.

Dem Papst liegt es am Herzen, das ihr Bestand weiter wächst. So würde sie zum „Zeichen des Interesses der Kirche von Rom an der Kenntnis des christlichen Ostens“ und zudem ein „Werkzeug für die Beseitigung jeglicher Voreingenommenheit, die dem herzlichen und harmonischen Zusammenleben unter den Christen schaden könnte“.

Benedikt XVI. zeigte sich davon überzeugt, „dass jede Unterstützung, die dem Studium gilt, einen wirksamen ökumenischen Rückhall findet, weil der Zugriff auf das Erbe dieser Weisheit des christlichen Ostens eben alle bereichert“. Es handle sich um „kostbare Schätze“, die nicht nur für Wissenschaftler von großem Wert seien, „sondern auch für alle Mitglieder der Kirche“.