92. Katholikentag setzt auf kommunikatives und missionarisches Christsein

Referentin des Bistums Osnabrück für geistliches Leben: Glaubensverkündigung erfordert unbedingt existentielle Glaubwürdigkeit

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OSNABRÜCK, 21. Mai 2008 (ZENIT.org).- Zu einem kommunikativen und missionarischen Christsein will der kommende Katholikentag in Osnabrück seine Teilnehmer befähigen.

„Spiritualität und Diakonie, Wort und Tun, Verkündigung und Dienst, Theologie und Praxis, Kontemplation und Kampf, geduldiges Hoffen und energischer Einsatz“, so Ina Eggemann, die bei der Konzeption des Geistlichen Zentrums des Katholikentages mitgewirkt hat, gegenüber ZENIT, „sollen als Ganzes entsprechend dem eigenen Rhythmus der verschiedenen Träger einer missionarische Kirche in den Angeboten aufscheinen“.

„Sprachlos zwischen Himmel und Erde“: Mit diesem Angebot will das Geistliche Zentrum gezielt über die „Schwierigkeit, über den eigenen Glauben zu reden“, reflektieren. (Gymnasium Carolinum, Donnerstag, den 22. Mai von 14.30 bis 16.00 Uhr).

Die Hilfen, die der 92. Katholikentag angesichts der weit verbreiteten „Sprachlosigkeit“ des Glaubens anbietet, werden im Rahmen einer Bibelwerkstatt vorgestellt, die unter dem Titel „Das Wort bezeugen“ am kommenden Donnerstag von 14.00 Uhr bis 15.30 Uhr stattfinden wird.

„Glaubensverkündigung erfordert unbedingt die existentielle Glaubwürdigkeit dessen, der von Gott spricht“, unterstreicht Eggemann, die als Referentin des Bistums Osnabrück für geistliches Leben und für die geistliche Ausbildung der Pastoralreferenten tätig ist.

„Wer die Frohe Botschaft verkündet - in welcher Form auch immer -, wird über seine persönliche Aufrichtigkeit hinaus nach der Art und Weise seiner Christusnachfolge in allen Bereichen seines Lebens gefragt: Spiritualität, liturgische Vollzüge, Verkündigung, Lebensweisheit, persönliche Lebensgestaltung“, erklärt die promovierte Mariologin im Gespräch mit ZENIT. Deshalb seien ins Programm des großen Glaubensfestes der Katholiken in Deutschland auch bewusst Angebote aufgenommen worden, die eine solche ganzheitliche Sicht unterstreichen.

Die Bibelwerkstatt „Brennender Dornbusch und Lauffeuer“ -„Biblische Brennpunkte für eine missionarische Gebetspraxis“, die von der Missionarischen Familie Verbum Dei getragen wird, sei nur ein Beispiel dafür (Freitag, 23. Mai von 14.30 bis 16.00 Uhr im Gymnasium Carolinum, Klosterflügel, EG, R. 056, Conrad-Bäumer-Weg).

„Aber auch ein oft wortloses Zeugnis, dass bei den Mitmenschen Fragen nach dem Warum und Wieso hervorruft, ist eine sehr kraftvolle und wirksame Verkündigung“, erklärt Eggemann. „Dadurch können Menschen angesprochen und erreicht werden, die sich einem direkten Reden von Gott eher verschließen würden“.

Dafür stehen auch die „Kinder mit einer Mission“, die Sternsingergruppen, die unter dem Motto „Kinder helfen Kindern, und ich bin dabei“, auf Folgendes hinweisen werden: „Eine Welt ist möglich“ (Bühne Sankt Johann am Samstag, den 24. Mai von 17.20 bis 18 Uhr).

„Vom Verkünder selbst ist die Zustimmung zum Lebensprogramm des Evangeliums gefordert“, betont Eggemann. Dafür stünden die Lebensprojekte im Geistlichen Zentrum, bei dem konkrete Lebenswege aufgezeigt würden. Eines trägt den Titel: „Gott zeigt sich in anderer Weise - Missionarinnen in der Großstadt“ (Gymnasium Carolinum, Donnerstag, den 22. Mai von 16.30 bis 18.00 Uhr).

„Das Wort Gottes kommt auf diesem Katholikentag neu zur Sprache“, so Eggemann. „Die vielen Bibelwerkstätten, Bibelarbeiten und liturgischen Feiern ermöglichen ein neues, sensibles Hören, wie dieses Wort Gottes sich gerade durch die Wirklichkeit, der wir selbst ausgeliefert sind, verständlich macht.“

Was die „Sprachnot“ vieler Christen angehe, könne die Offenheit für eine starke Glaubenserfahrung gerade eben diese Ermächtigung und Begeisterung für missionarisches Christsein neu wecken.

Von Angela Reddemann