99 Nuntien vertreten den Papst weltweit

Weniger Italiener, mehr Asiaten und Afrikaner unter den Vertretern des Heiligen Stuhls

Vatikanstadt, (ZENIT.org) | 1030 klicks

Zur Zeit sind 99 apostolische Nuntien in der Welt stationiert. Einige von ihnen sind für mehrere Länder zuständig. Laut Angaben der italienischen Tageszeitung „Avvenire“ sind knapp weniger als die Hälfte aller Nuntien Italiener – genau 48. Das ist ein geringerer Prozentsatz als in der Vergangenheit: 1961 waren 48 von insgesamt 58 (also 83 Prozent) Nuntien Italiener; 1978 waren es 55 von insgesamt 75 (also 73 Prozent).

Dieser Trend war unvermeidlich. Papst Benedikt XVI. zum Beispiel hat seit Beginn seines Pontifikats 41 neue Nuntien ernannt, von denen nur 15 (also 37 Prozent) aus Italien stammen. Trotzdem sind auch heute noch die päpstlichen Vertreter in kirchlich und/oder politisch besonders wichtigen Ländern überwiegend Italiener, so z.B. in Frankreich, Spanien, Großbritannien, Polen, den USA, Brasilien und, natürlich, Italien selbst.

Jene Nuntien, die nicht aus Italien stammen, sind überwiegend Europäer (insgesamt 26, darunter sechs Polen, fünf Spanier und ebenso viele Franzosen). Einige stammen aber auch aus Asien (insgesamt 12), Nordamerika (sieben, alle aus den USA), Afrika (5) und Südamerika (2).

Vakant sind zur Zeit die Nuntiaturen für Elfenbeinküste, El Salvador, Malta, Kenia und Uganda. Der apostolische Nuntius für Bulgarien wird in Kürze emeritiert werden, und auch die Nuntiatur für den Iran wird bald vakant sein, da der bisherige Nuntius, Erzbischof Jean-Paul Gobel, nun auf die Nuntiatur für Ägypten berufen wurde.

Der nigerianische Erzbischof Fortunatus Nwachukwu, der am 12. November letzten Jahres zum apostolischen Nuntius für Nicaragua ernannt wurde, erhielt seine Bischofsweihe vom Papst am 6. Januar, dem Fest der Erscheinung des Herrn. Bischof Silvio José Báez, Weihbischof von Managua, war bei Nwachukwus Bischofsweihe dabei. Báez war einer der 16 Bischöfe, die dazu bestimmt worden waren, den neu geweihten Bischöfen die Hand aufzulegen. Vor der Feier hatte er dem neuen Nuntius eine komplette Ausgabe aller pastorale Dokumente überreicht, die von der Bischofskonferenz Nicaraguas seit 2007 erlassen wurden.

Am 1. Januar dieses Jahres ernannte der Heilige Vater Erzbischof Nicolas Henry Marie Denis Thevenin, Titularbischof von Aeclanum, zum apostolischen Nuntius für Guatemala. Erzbischof Thevenin wurde am 5. Juni 1958 in Saint-Dizier, Frankreich, geboren. Seine Priesterweihe empfing er am 4. Juli 1989 in Genua. Seit er am 1. Juli 1994 in den diplomatischen Dienst des Vatikans trat, diente er in den päpstlichen Vertretungen in Indien, der demokratischen Republik Kongo, Belgien, Libanon, Kuba, Bulgarien und zuletzt in der Abteilung für die Beziehungen zu den Staaten im Staatssekretariat des Vatikans. Erzbischof Thevenin spricht fließend Französisch, Englisch, Italienisch, Deutsch, Spanisch und Portugiesisch.

Ebenfalls in den ersten Tagen dieses Jahres wurde der neue apostolische Nuntius für Australien ernannt. Es handelt sich um Erzbischof Paul Richard Gallagher, Titularerzbischof von Hodelm, bisher apostolischer Nuntius für Guatemala.