Abkommen zwischen Brasilien und Heiligem Stuhl in Kraft getreten

Rechtsstatus der größten Ortskirche der Welt geregelt

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Michaela Koller

ROM, 11. Dezember 2009 (ZENIT.org).- Das vor einem Jahr unterzeichnete Abkommen über den rechtlichen Status der katholischen Kirche in Brasilien ist am Donnerstag in Kraft getreten. Erzbischof Dominique Mamberti, Außenminister des Heiligen Stuhls, und der Botschafter Brasiliens, Luiz Felipe de Seixas Correa, haben im Vatikan die Ratifizierungsdokumente über die bilaterale Vereinbarung ausgetauscht. Die beiderseitige Vereinbarung war am 13. November 2008 unterzeichnet worden.

In einer offiziellen Stellungnahme heißt es: „Das Abkommen, das die traditionell freundschaftlichen Beziehungen sowie die bestehende Zusammenarbeit zwischen beiden Seiten weiter festigt, besteht aus einer Präambel und zwanzig Artikeln, die verschiedene Bereiche regeln, darunter den rechtlichen Status der katholischen Kirche in Brasilien, die Anerkennung akademischer Qualifikationen, den Religionsunterricht an staatlichen Schulen, die kirchlichen Trauungen sowie das Finanzsystem."

Die Ortskirche in Brasilien ist mit rund 137 Millionen Katholiken die größte der Welt. Mit Spannung wird der nächste Zensus in dem lateinamerikanischen Land im kommenden Jahr erwartet, um diesem den aktuellen Proporz der Katholiken an der Gesamtbevölkerung zu entnehmen. Seit der letzten Volkszählung im Jahr 2000 ist der Anteil durchschnittlich jährlich um ein Prozent zurück gegangen. Protestantische Freikirchen hingegen gewannen stark an Zulauf. Verstärkte Evangelisierungsbemühungen, aktiv unterstützt durch neue geistliche Gemeinschaften und Bewegungen, dürften aber wieder einen Anstieg des Katholikenanteils erwarten lassen.