Abschied von Deutschland

„Papst hat manche Brücke geschlagen“

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FREIBURG, 25. September 2011 (ZENIT.org). – Unter Anwesenheit von Bundespräsident Christian Wulff und Vertretern der Bundes-und Landesregierung sowie zahleichen Mitgliedern des Episkopats hat Papst Benedikt am Sonntagabend am Flughafen Lahr nach seinem viertägigen Besuch von Deutschland Abschied genommen.

Bundespräsident Wulff hatte bei seinen Abschiedsworten die Rede des Papstes im Bundestag aufgegriffen und betont, der Papst habe die Menschen daran erinnert, dass die Quellen des Handelns nicht nur aus dem menschlich Machbaren stammen dürften. Die vergangenen Tage hätten viele Menschen beschenkt und bewegende Momente beschert. Der Papst habe manche Brücke geschlagen. Wulff ermunterte den Papst, diesen Weg weiterzugehen und das Trennende zu überwinden. Er schloss mit den Worten: „Gute Reise und Gottes Segen.“

Papst Benedikt bedankte sich in seiner Ansprache für die vergangenen erlebnisreichen und bewegenden Tage in seiner Heimat. Er dankte allen Anwesenden, besonders Erzbischof Zollitsch, der ihn während seiner ganzen Reise begleitet hatte sowie dem Bundespräsidenten und dem deutschen Episkopat und all denen, die diese Besuchstage vorbereitet und für deren reibungslosen Ablauf Sorge getragen hatten.

Der Papst ließ noch einmal die verschiedenen Stationen seiner Reise Revue passieren und drückte ein weiteres Mal seine Freude darüber aus, dass er Gelegenheit bekommen hatte, seine Gedanken und seine Botschaften auch vor den höchsten Vertretern des Staates vorzutragen.

Neben den ökumenischen Begegnungen mit der evangelischen Kirche in Deutschland, darüber hinaus mit orthodoxen und orientalischen Christen sowie mit  Muslimen habe der Besuch natürlich den Katholiken in Berlin, Erfurt, im Eichsfeld und in Freiburg gegolten. Im Hinblick auf das neue Bundesland, das er besucht hatte, gab er seiner Freude darüber Ausdruck, dass er die Möglichkeit bekam, vor allen Dingen in den Teilen des Landes, wo über Jahrzehnte versucht worden war, die Religion aus dem Leben der Menschen zu verdrängen, öffentlich Zeugnis für den Glauben zu geben. Dies stimme ihn zuversichtlich für die Zukunft des Christentums in Deutschland.

Der Papst ermutigte die Kirche in Deutschland dazu, einen Weg des Glaubens zu beschreiten, der Menschen dazu führe, zu den Wurzeln der frohen Botschaft Christi zurückzukehren. Es werde in Zukunft vor allem kleine Gemeinschaften von Glaubenden geben, -und es gebe sie schon-, die in die pluralistische Gesellschaft mit ihrer Begeisterung hineinstrahlten. Diese hätten die Aufgabe, die anderen neugierig zu machen, nach dem Licht zu suchen, das ihrem Leben die Fülle schenke. Aus dieser Erfahrung könne dann die Gewissheit erwachsen, „Wo  Gott ist, da ist Zukunft“.

Wo Gott sei, da sei Hoffnung und eröffneten sich neue Perspektiven, die über den Tag und über das nur Kurzlebige hinausreichten.

Papst Benedikt versicherte schließlich alle seines Gebetes für eine gute Zukunft des Landes in Frieden und Freiheit.[jb]