Abschiedszeremonie für Kardinal Tarcisio Bertone

Worte der Dankbarkeit von Papst Franziskus während der gestrigen Audienz

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 327 klicks

Dankbarkeit und Treue. Dies waren die beiden Worte, die die gestrige Audienz anlässlich der Verabschiedung Kardinal Tarcisio Bertones und des Amtszeitbeginns von Magr. Petro Parolin charakterisierten und mit denen der Pontifex die Bediensteten des Staatssekretariats bedachte. Aufgrund eines unvorhergesehenen chirurgischen Eingriffs konnte Parolin nicht persönlich an der Zeremonie teilnehmen. Der Pontifex selbst informierte alle Anwesenden von der Programmänderung.

„…es wird ein Willkommensgruß ‚in absentia‘, da er sich einem chirurgischen Eingriff unterziehen musste und so seine Amtszeit einige Wochen später beginnen wird.“

So nutzte Papst Franziskus die Gelegenheit, um Kardinal Bertone für seine Arbeit etwas ausführlicher zu danken. Er empfinde Dankbarkeit, sagte er, mit der er sicherlich auch die Gedanken seines geliebten Vorgängers Benedikt XVI. zum Ausdruck bringe.

„Ich sehe in iIhnen vor allem den Sohn von Don Bosco. Wir alle sind von unserer Geschichte gekennzeichnet. Wenn ich an Ihren langen Dienst in der Kirche denke, sei es in der Lehre, sei es im Ministeramt als Diözesanbischof und in der Arbeit in der Kurie, bis hin zu ihrer Aufgabe als Staatssekretär, mir scheint, der rote Faden besteht in der salesianischen Berufung, die Sie bereits im Kindesalter empfingen und die Sie dazu brachte, all die ihnen anvertrauten Aufgaben zu erfüllen.“

Aufgaben, die er mit einer tiefen Liebe für die Kirche, mit einer Großzügigkeit und der typischen salesianischen Mischung verrichtet habe, die einen aufrichtigen Geist des Gehorsams mit einer großen Freiheit in der Initiative und persönlicher Erfindungsgabe verbinde. Für jeden Salesianer drücke sich die Liebe für die Kirche in einer besonderen Liebe für den Nachfolger Petri aus.

„Und hier komme ich zu dem zweiten Punkt, den ich unterstreichen möchte: Das Verhalten einer bedingungslosen Treue und absoluter Loyalität geenüber Petrus, charakteristisches Zeichen seiner Aufgabe als Staatssekretär, insbesondere gegenüber Benedikt XVI. und mir während meiner ersten Monate. Ich habe es zu mehreren Gelegenheiten spüren können, und ich bin Ihnen dafür zutiefst dankbar.“

Anschließend dankte Papst Franziskus Kardinal Bertone für seinen Mut und seine Geduld, mit der er den Widrigkeiten entgegenegtreten sei, denen er während seiner Amtszeit ausgesetzt war. „Und es waren viele“, fügte er hinzu. In diesem Zusammenhang erinnerte er an den „Rosentraum“, von dem Don Bosco den jungen Menschen erzählt habe. Von außen zeige eine Laube viele Blüten; je mehr man jedoch ins Innere vordringe, treffe man auf sehr spitze Dornen, die verletzten und große Schmerzen hervorriefen. Aber auch in Momenten der Entmutigung schütze die Jungfrau Maria alle.

„Lieber Kardinal Bertone, in diesem Moment denke ich froh daran, auch wenn sie die Erfahrung mit Dornen gemacht haben, dass die Jungfrau nicht auf ihre Hilfe hat warten lassen und dies auch nicht in Zukunft tun wird: Seien Sie sich dessen sicher. Den Wunsch, den wir alle ihnen aussprechen, ist, dass Sie auch in Zukunft die Schätze, die Ihre Berufung gekennzeichnet haben, genießen können: die Gegenwart Jesu in der Eucharistie, die Hilfe der Madonna, die Freundschaft des Papstes.“

Anschließend widmete er Msgr. Parolin einen Gedanken, der die Mitarbeiter des Staatssekretariats gut kenne.

„Er kennt die Familie des Staatssekretariats gut; er hat mit ihnen über viele Jahre gut zusammengearbeitet, mit Leidenschaft und Kompetenz und der für ihn charakteristischen Fähigkeit zum Dialog und zur Menschlichkeit. In gewisser Weise ist es für ihn ein Nach-HauseKommen.“

Abschließend dankte der Papst allen Mitarbeitern und bat sie, für ihn zu beten.

„Ich lade euch alle ein, für mich zu beten – ich brauche es dringend –, und würde mir wünschen, dass ihr euch meines Gebetes und meiner Freundschaft, meiner Nähe und meiner Anerkennung für eure Arbeit sicher seid.“