Abschluss der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz

66 Mitglieder tagten nach 15 Jahren erstmals wieder in der Domstadt Regensburg

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ROM, 5. März 2012 (ZENIT.org). – Zum Abschluss der Frühjahrs-Vollversammlung hat die Deutsche Bischofskonferenz eine Zusammenfassung ihrer Arbeitsergebnisse in 12 Themenbereichen bekannt gegeben. Während der Vollversammlung  in Regensburg mit 66 Mitgliedern wurde eine besondere Gratulation an Rainer Maria Kardinal Woelki für seine Erhebung zum Kardinal ausgesprochen.

Unter den bearbeiteten Themen befand sich beispielsweise die Revision der Einheitsübersetzung des Neuen Testaments. Die Herausgeber der Einheitsübersetzung hatten sich im Jahre 2005 darauf geeinigt, die Einheitsübersetzung einer „moderaten Revision“ zu unterziehen. Es gehe um eine textkritische Aktualisierung des vorhandenen Originals, nicht um eine Neuübersetzung, so heißt es in der Schlusserklärung. Die Approbationsvorlage wurde von Bischof Dr. Joachim Wanke von Erfurt vorgelegt. In den kommenden Wochen können Änderungsvorschläge eingereicht werden.

Bezüglich der Lage der Kirche heute sprachen die Bischöfe dem Heiligen Vater einen Dank für das „Jahr des Glaubens“ aus, das in Verbindung mit dem 50. Jahrestag der Eröffnung des 2. Vatikanischen Konzilsbeginnen wird. „Das ‚Jahr des Glaubens‘ ist für uns als Kirche in Deutschland eine Ermutigung, den Weg der Kirche nach vorne zu beschreiten“, kommentierte Erzbischof Zollitsch.

Zur Sprache kam auch die Gestaltung des Jubiläums der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils. Von Kardinal Lehmann stammte der Vorschlag, besonders die Texte des Konzils in den Vordergrund zu stellen, wie auch deren Rezeptionsgeschichte der letzten 50 Jahre. Die Bischofskonferenz werde dazu einen eigenen Akzent setzen, über den in den kommenden Monaten beraten werde, wurde angekündigt.

Zum Dialogprozess, der in Mannheim unter dem Thema „Im Heute glauben-wo stehen wir?“eröffnet worden, und in dem ein „geistlicher Prozess in Gang gesetzt worden sei, der offen und kritisch frage, was die Kirche von morgen brauche“, wurde auf die zweite Veranstaltung im September dieses Jahres in Hannover hingewiesen, die unter dem Thema „Diakonia“ stehen wird. Vor allem gehe es darum, „die gesellschaftliche Pluralität als Herausforderung der Kirche samt der Frage nach Vielfalt und Einheit des Katholischen darzustellen, diakonisches und pastorales Wirken zu vermitteln und den öffentlichen und caritativen Einsatz der Kirche zu zeigen. Mit der Veranstaltung in Hannover wollen die deutschen Bischöfe die kirchliche Verbundenheit der Teilnehmer stärken und exemplarisch Wege aufzeigen, wie das Jahresthema konkret gelebt werden kann“, hieß es.

Als liturgische Fragen kamen die kirchliche Begräbnisfeier und das neue „Bet- und Gesangbuch“ zur Sprache. Die Vollversammlung hat ein Handbuch verabschiedet, das eine praktische, nach eigenen Angaben auf die Bedürfnisse der Begräbnispastoral abgestimmte Ergänzung enthält. Bezüglich des neuen „Bet- und Gesangbuches“ beschäftigte man sich mit wesentlichen Textteilen des Stammteils, die dann verabschiedet wurden. Somit ist die letzte redaktionelle Phase eröffnet. Die Herausgabe ist für Advent 2013 angestrebt.

Ein weiterer Themenschwerpunkt waren Medien und die neuen sozialen Kommunikationsmittel. Bischof Gebhart Fürst plädierte in seiner Rolle als Vorsitzender der Publizistischen Kommission dafür, „dass es Ziel einer umfassenden Medienkompetenz ist, die Menschen zu einem verantwortungsvollen, bewussten und authentischen Umgang mit Medien zu befähigen.“ Vor allem sollte die Medienpädagogik in den Bereichen Jugendarbeit, Erwachsenenbildung und Seniorenarbeit ausgebaut werden. Die Publizistische Kommission hat außerdem eine medienethische Arbeitsgruppe eingerichtet. Sie soll Beiträge zu aktuellen medienethischen, medienpolitischen und bildungspolitischen Debatten liefern. Beispielsweise soll über Erwiderung auf ausgeprägte Skandalisierung nachgedacht werden.

Unter den Gästen aus der Weltkirche bei der Vollversammlung waren Erzbischof Samuel Kleda, Erzdiözese Douala (Kamerun), Bischof Salvadore Lobo, Diözese Baruipur (Indien) und Bischof Jesús Juárez Párraga, Diözese El Alto (Bolivien), die sich anlässlich der Eröffnung der diesjährigen Misereor-Aktion in Deutschland aufhalten. Jeder von ihnen bekam Gelegenheit, über die Situation der Kirche des Ursprungslandes zu berichten und Erfahrungen mitzuteilen.

Bezüglich der Verlagsgruppe Weltbild GmbH wurde folgendes verlautbart: „Fragen der Verlagsgruppe Weltbild waren nicht Thema der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz. Doch haben sich die Gesellschafter am Rande der Versammlung durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrates über die Schritte informieren lassen, die seit der Beschlussfassung der Gesellschafter vom 21. November 2011 erfolgten. Die Gesellschafter werden sich von dem Unternehmen trennen. Konkrete Möglichkeiten werden gegenwärtig geprüft, auch eine Stiftungslösung. Näheres kann gegenwärtig nicht mitgeteilt werden.“ [jb]