Achthunderttausend Teilnehmer beim Treffen in Rimini

Thema für 2013 wird Notfall Mensch heißen

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von Luca Marcolivio

RIMINI, 27. August 2012 (ZENIT.org). - Trotz Wirtschaftskrise hat das „Meeting“ von „Comunione e Liberazione“ in Rimini nichts von seiner Ausstrahlung eingebüßt. An der diesjährigen Veranstaltung - der 33. -, mit dem Leitthema „Die Natur des Menschen ist das Verhältnis mit dem Unendlichen“, nahmen etwa achthunderttausend Besucher teil. Das sind ungefähr gleich viele wie im vergangenen Jahr.

Die Teilnehmer des Treffens waren aus über 40 verschiedenen Ländern nach Rimini gekommen. Im Rahmen der Veranstaltung fanden 9 Ausstellungen, 21 schauspielerische Darbietungen, 98 Einzeltreffen und 271 Vorträge statt. Diese 33. Ausgabe des Treffens wäre nicht möglich gewesen ohne die Mitarbeit von mehr als 4.000 Freiwilligen (750 in der Vorbereitungsphase und 3393 während der Veranstaltung).

„Wir sind zufrieden“, erklärte die Vorsitzende der Veranstaltung, Emilia Guarnieri, bei der abschließenden Pressekonferenz. „In einem Krisenjahr ist ein solches Ergebnis alles andere als selbstverständlich. Wir haben bewiesen, dass das Thema des Unendlichen nicht nur ein paar fromme Denker anzieht, sondern durchaus von allgemeinem Interesse sein und alle Facetten des Lebens berühren kann.“

Da auch dieses Mal, wie bei den früheren Treffen, Themen aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft berührt worden seien, sei im Verlauf des Treffens „die Energie eines ganzen Volkes“ offensichtlich geworden, sagte Guarnieri.

Wichtig sei in diesem Zusammenhang auch die Teilnahme „verschiedener Minister und anderer Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben“, die über so aktuelle Themen referiert hätten wie Wirtschaftskrise, Jugend, Wachstum, Steuern, Reformen, die Wahlreform und den Arbeitsmarkt.

Außerdem sei das Treffen in Rimini auch in diesem Jahr wieder „eine Gelegenheit für Begegnungen zwischen Menschen verschiedenen Glaubens und verschiedener Kultur“ gewesen, erklärte Guarnieri und erwähnte unter anderem die orthodoxe Universität „Sankt Tichon“ aus Moskau, die Theatergesellschaft „Caracalla Theatre“, den Shingon-Buddhismus (der mit einer Ausstellung vertreten war) und zahlreiche Vertreter der jüdischen und muslimischen Welt.

„Die Begegnung zwischen so verschiedenartigen Personengruppen“, so Guarnieri, „wird möglich dank einer gemeinsamen Liebe für das Wahre und Schöne, die die Menschen zusammenbringt und zu Freunden macht.“

Der Dialog mit der Welt der Politik sei unter einer einzigen Bedingung zustande gekommen. „Von den Politikern erbitten wir nur die Freiheit, unserem tiefsten Wunsch zu folgen, das heißt, uns vorbehaltslos zu begegnen und zusammen etwas aufzubauen.“ Stolz erwähnte Guarnieri die Botschaft des italienischen Staatspräsidenten Giorgio Napolitano zur Eröffnung des Treffens in Rimini. Napolitano nannte die Veranstaltung „eine unverzichtbare Quelle von Ideen und Energien.“

Am Ende der Pressekonferenz wurden die Termine wichtiger internationaler Treffen im kommenden Jahr bekanntgegeben. Die dritte Ausgabe des Treffens in Kairo wird vom 24. zum 26. Februar 2013 stattfinden und als Leitmotiv das Thema „Die Erziehung zur Freiheit“ behandeln. Das 34. „Meeting“ in Rimini wird hingegen vom 18. bis 24. August 2013 stattfinden und den Titel „Notfall Mensch“ tragen. „Wir leben in einer Kultur, die dazu neigt, die Wünsche der Menschen zu standardisieren. Die Wünsche aber sind die Triebfeder der Menschen“, erklärte hierzu Guarnieri.

„Diese Standardisierung ist heute zum Notfall geworden. Die Wünsche werden narkotisiert.“ Eine Herausforderung, die Luigi Giussani, Gründer der Bewegung „Comunione e Liberazione“, schon erkannt hatte, als er 1987 sagte: „Wünsche sind der einzige Hebelpunkt, den man gegen die Macht einsetzen kann“.

[Übersetzung des italienischen Originals von Alexander Wagensommer]